12. Januar 2012

Verblendung

VerblendungDer Ami schaut syn­chro­ni­sierte Movies allen­falls im Arthouse-​​Cinema. Also wird gewinn­träch­ti­ger Stoff aber­mals ver­filmt, auch wenn das Ori­gi­nal noch keine drei Jahre alt ist – wie der vom schwe­di­schen Krimi-​​Autor Stieg Lars­son unvoll­en­de­ten „Millennium“-Reihe ers­ter Teil. Bei der „Ver­blen­dung“-Neu­auf­lage ist mit David Fin­cher das seit „Sie­ben“ per­so­ni­fi­zierte Syn­onym für den abgrün­di­gen Thril­ler am Werk gewesen.


1. Dezember 2011

Werner – Eiskalt

Werner - EiskaltMehr als auf­ge­wärm­ter Bölks­toff war es nicht mehr, was Dreh­buch­au­tor Röt­ger „Brö­sel” Feld­mann nach dem „Beinhart!“-Kinodebüt 1990 in den Fort­set­zun­gen „Das muss kes­seln!!!“, „Vol­les Rooäää!!!“ und „Gekotzt wird spä­ter!“ auf­ge­fah­ren hat. Der vierte Ver­such „Wer­ner – Eis­kalt“ (Con­stan­tin Film) rollt die Geschichte um den ewi­gen Gas-​​Wasser-​​Scheiße-​​Lehrling und sei­nen Schöp­fer von vorne auf und setzt dazu erst­mals seit dem Ori­gi­nal wie­der Realfilm-​​Elemente ein.


1. Dezember 2011

Nichts zu verzollen

Nichts zu verzollenWenn sich die inner­eu­ro­päi­sche Film­in­dus­trie schon gegen­sei­tig kopiert, muss die Vor­lage exzel­lent gewe­sen sein. Wie der bis dato erfolg­reichste fran­zö­si­sche Strei­fen „Will­kom­men bei den Sch’tis“, den Luca Mini­ero jüngst ins Ita­lie­ni­sche über­setzt hat. Mit „Nichts zu ver­zol­len“ (Pro­kino Home Enter­tain­ment) ver­legt Dany Boon seine vor­ur­teils­be­haf­tete Farce ins belgisch-​​französische Grenz­ge­biet, wo sich zwei schar­müt­zelnde Zoll­be­amte im Januar 1993 nicht nur mit dem Schen­ge­ner Abkom­men und sei­nen end­gül­tig fal­len­den Schlag­bäu­men arran­gie­ren müs­sen: Die Fritte und der Camem­bert sol­len künf­tig gemein­sam Dienst schieben.


3. November 2011

Willkommen im Süden

Willkommen im Süden„Bien­ve­nue chez les Ch’tis“? „Ben­ve­nuti al Sud“! Abge­se­hen vom Titel und der Fahrt­rich­tung ändert sich beim Remake von Dany Boons Culture-​​Clash-​​Komödien-​​Hit „Will­kom­men bei den Sch’tis“ aus dem Jahr 2008 wenig: Der bis dato erfolg­reichste fran­zö­si­sche Film wurde mit fast fünf Mil­lio­nen Zuschau­ern auch in Ita­lien zum hei­misch pro­du­zier­ten Kas­sen­schla­ger par excellence.


Across The Border — „Folkpunk Air-​​Raid“Mehr Level­lers denn Drop­kick Mur­phys: Across The Bor­der wagen mit „Folk­punk Air-​​Raid“ (Twis­ted Chords/​Bro­ken Silence) das Gegen­stück zur Reunion-​​Scheibe „Loy­alty“. Vom Opener „Sol­dier John“ weg bleibt die Akus­tik­gi­tarre im Anschlag.


Le Grand Uff Zaque - "Clichè"Schon ihre 2010er EP „Le Grand Plai­sir“ war ein aus­ge­las­se­nes Tanz­ver­gnü­gen. Nun ist der Release des ers­ten Albums von Le Grand Uff Zaque amt­lich: „Cli­ché“ (Repo­sit Records/​Radar Music). Aber ste­reo­typ klingt bei Max Mas­ter Five (Key­board), Jona­than Zacha­rias (Schlag­zeug), Baron Mar­cel Baguette (Sa-​​xophon), Mer­ten Lin­dorf (Bass), Moc (Rap) und der sin­gen­den Prin­zes­sin aus Nige­ria, Laura Oye­wale, mal gar nix.


Saltatio Mortis - „Sturm aufs Paradies“Die Toten­tän­zer aus Mann­heim, Karls­ruhe und Kai­sers­lau­tern neh­men mit „Sturm aufs Para­dies“ (Napalm Records) die letzte Mittelalter-​​Rock-​​Bastion.


19. August 2011

Der ganz große Traum

Der ganz große TraumEng­land ist bekann­ter­ma­ßen Fußball-​​Mutterland. Aber es dürfte selbst pas­sio­nier­ten Anhän­gern neu sein, dass die „Fuss­lüm­me­lei“ zu Turn­va­ter Jahns Zei­ten als anar­chis­tisch und undeutsch ver­ru­fen einen schwe­ren Stand hatte. Und dass ein Päd­agoge 1874 den Anstoß gab, in Deutsch­land Fuß­ball zu spie­len. Die­sem Wil­helm Carl Johann Con­rad Koch wid­met Regis­seur Sebas­tian Gro­bler sein Kino­de­büt „Der ganz große Traum – Oder wie der Leh­rer Kon­rad Koch den Fuß­ball nach Deutsch­land brachte“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment).


Andrea DreifkluftForst — Boden­stän­di­ger wer­den will Strip­pe­rin Andrea Dreik­luft. Ihren Stan­gen ist sie den­noch treu geblie­ben: In Forst bei Bruch­sal hat die 30-​​Jährige das erste Pole-​​Fitness-​​Studio der Region eröff­net. Hier­zu­lande oft noch als rot­licht­be­schie­nene Ero­tik­ver­an­stal­tung abge­tan, ist der Stan­gen­tanz aus­ge­rech­net im prü­den Ame­rika bereits eine aner­kannte Sport­art. Anstatt den Her­ren mit ihren akro­ba­ti­schen Ein­la­gen den Kopf zu ver­dre­hen, wirbt die Blon­dine nun für weib­li­ches Kli­en­tel, das sich vor­be­halt­los an der blit­zen­den Stange als Trai­nings­ge­rät versucht.


Switch Reloaded Vol. 5Hier blei­ben selbst die eiserns­ten Pro­gramm­zeit­schrif­ten­le­ser hän­gen: „Switch Reloa­ded“, Erfolgs­for­mat wider die schlechte Tele­vi­sion. Das der aus­tra­li­schen Sen­dung „Fast For­ward“ abge­schaute Zap-​​Konzept war schon im ers­ten Anlauf genial, aber seit dem Neu­start im Jahr 2007 und den Zugän­gen Mar­tina Hill und Max Gier­mann sitzt jede Par­odie. Mit der fünf­ten Staf­fel (Tur­bine Medien/​Alive) kommt bei 15 Fol­gen bes­ter Fern­seh­un­ter­hal­tung auch ein neuer Spöt­ter ins Spiel.


21. April 2011

Machete

MacheteBeim fik­ti­ven Trai­ler fürs „Grindhouse“-Double-Feature „Death Proof“ und „Pla­net Ter­ror“ wollte es Robert Rod­ri­guez nicht belas­sen. Seit Danny Tre­jos 95er „Desperado“-Auftritt besteht die Idee; nach der Onkel-​​Machete-​​Nebenrolle in „Spy Kids“ hat der Kult­re­gis­seur sei­nen immer­grim­mi­gen Rächer 15 Jahre spä­ter zum Titel­hel­den eines ein­schnei­den­den Mexploitation-​​Movies (Sony Pic­tures Home Enter­tain­ment) gemacht.