19. Dezember 2001

Seán Treacy, Musiker

„Nimm dir gute Songs und mache sie noch besser als das Original.“ Das ist sein Credo. Er stand Anfang der 80er schon gemeinsam mit den Dubliners und den Wolftones auf der Bühne und nun soll mit der neuen CD „Drop In The Ocean“ endlich der musikalische Durchbruch gelingen. Annähernd 15 Jahre ist es her, dass der wohl populärste Ire Karlsruhes seine Heimat Kilkenny verließ, um in Deutschland als Musiker Karriere zu machen. Und zweitens als man denkt.

Denn am 5. Mai 1987 eröffnet Seán Treacy mit dem Claddagh Ring in der Südstadt Baden-Württembergs ersten Irish Pub, der heute von seinem Bruder Patrick geführt wird. Acht Jahre vergehen bis er zusammen mit Max Cann, Torben Frank, Piero Novarini und Jörn Masuch seinen Traum wahr macht, die Seán Treacy Band gründet. ‚96 führt er seine beiden Professionen zusammen; der leidenschaftliche Rock-Musiker findet im Alten Schlachthof ein neues Domizil als Gastwirt, und der Treacy’s Irish Pub baut seither seinen hervorragenden Ruf als Live-Musik-Adresse erster Güte in der Fächerstadt aus. Auch dank des Hausherren.

Immer mal wieder mal spielt man auch dort tadellose Covers; von Chris de Burgh über die Proclaimers bis hin zu den Cranberries; „Lady In Red“, „500 Miles“ und „Zombie“, dazu „Hotel California“, „Summer Of 69″, „The Letter“ und „Down Under“ oder „Homeward Bound“. Und bei „Whiskey In The Jar“ tragen auch die irischen Wurzeln ihre traditionellen Blüten. Bestens eingeführte Nummern, und doch immer mit einem ganz besonderen, unverwechselbaren Charme, der auch auf Treacys markante Stimme zurückzuführen ist.

Zwischendurch tritt die Band für vier Jahre unter dem Namen Anything But Trouble auf; erst im Jahr 2000 folgt die Rückbesinnung auf eingeführte Werte mit neuer Besetzung: Drummer Stefan Buchholz, Bassist Michael „Lünne“ Bär, Andreas Bock und Sänger Treacy an der Gitarre firmieren samt Keyborder Hans-Peter „Happy“ Arnold wieder sehr erfolgreich als Seán Treacy Band.

Um eventuellen Entzugserscheinungen bis zum neuen Studio-Album entgegenzuwirken, veröffentlichen die fünf Vollblutmusiker dieser Tage einen Live-Mitschnitt vom diesjährigen „Stadtfest“-Gig. Was sich hinter dem mysteriös anmutenden Titel „Duck Train Visions“ verbirgt? Unisono breites Grinsen erfüllt die Gesichter der Bandmitglieder. „Ein Wortspiel“, verrät der Frontmann. Um dann doch noch verschmitzt zu ergänzen: „Übersetzt mal ins Deutsche. Dann seid ihr ganz nah dran.“