Die Zwangsversteigerten Doppelhaushälften - „Der Irrweg des Dr. Kreidl“Was darf man von einer CD erwar­ten, deren Book­let eine Wand mit unver­kenn­bar Erbro­che­nem und drei Her­ren in ein­deu­ti­ger Doggy-​​Style-​​Blowjob-​​Pose ziert? Das riecht ganz stark nach Schwei­ne­punk und ein erneu­ter Blick ver­rät: Es han­delt sich um das neue Album der Zwangs­ver­stei­ger­ten Dop­pel­haus­hälf­ten. Der Franken-​​Fünfer lässt auf „Der Irr­weg des Dr. Kreidl“ (Tug Rec/​Indigo) von Sauf­lie­dern über ver­un­glimpfte Schla­ger, Tele­fon­mit­schnitte, dumme Sprü­che und prol­li­ger Fussball-​​Mucke keine Pein­lich­keit aus.

Den geneig­ten Hörer erwar­ten 34 musi­ka­li­sche und andere High­lights wie etwa das „Lied über Milch­spei­sen weit jen­seits des Ver­fall­da­tums“, die „Tri­lo­gie vom unkon­trol­lier­ten Harn­drang“, „Fick doch die Soraya“ oder „Wir wolln brun­sen“, eine Hom­mage an Queens „We Will Rock You“. Kein Spaß zu flach, kein Spruch zu derb als das sich Harry, Ger­hard Übrig-​​Fußball, Oli und Tur­key zu schade dafür wären.

Wenigs­tens musi­ka­lisch wis­sen die Fünf zu über­zeu­gen; wenn­gleich sel­ten sehr viel mehr als die obli­ga­to­ri­schen drei Akkorde pro Stück bemüht wer­den. Wer auf bra­chia­len Sauf-​​Punk und exzes­si­ven Wohnzimmer-​​Pogo steht, baut auf die Dop­pel­haus­hälf­ten, alle ande­ren wer­den schon ob des Covers von einer Erstei­ge­rung absehen.