25. Februar 2003
Conic — „Prototype“
Alternative-Rock aus süddeutschen Landen hat — Bands wie Notwist oder Slut sei Dank — seinen guten Ruf nicht umsonst und dennoch: Dass die Klänge auf „Prototype“ (Consolidate Records) ausgerechnet von einem niederbayerischen Quintett stammen sollen, mag man auf Anhieb eigentlich gar nicht so recht glauben — mit Schubladendenken lebt sich’s nun mal gänzlich unbeschwert.
Doch die Jungs von Conic wissen mit ihrem mittlerweile in Serie gegangenen Erstlingswerk durchaus zu gefallen: Eingängige Ohrwurm-Arrangements mit schmissigen Melodien und erdigem Gitarren-Sound — da lohnt es schon allein ob all des chartsträchtigen Einheitsbreis einmal genauer hinzuhören. Wenn auch die ein oder andere Nummer auf „Prototype“ genau wie ein eben solcher klingt — nämlich ein wenig zu glatt und vorhersehbar — so macht doch das Gros der Stücke einen sehr soliden Eindruck.
>Allen voran die mehr als hörenswerte Single-Auskopplung „Star“, welche auch schon außerhalb von Bayern 3 über den Äther gegangen ist. Gekonnt bewegen sich die Musiker um den Gitarrespielenden Sänger Marcus Schreiner zwischen satten Rock-Songs und softeren Schmuse-Nummern — hier mit Bläserunterstützung, da mit Klavierbegleitung.
Und nach ihren jüngsten Auftritten bei „Rock im Park“ und „Rock am Ring“ sowie dem Gig beim „Southside“ muss einem um Conic wahrlich nicht bange sein. Denn die Deggendorfer scheinen zu wissen, was seit jeher einen guten Song ausmacht: Er muss auch ohne Verstärker funktionieren. Aber mit rockt sich’s einfach besser!
