End­lich hat der Spuk ein Ende. Es ist Schluss mit dem Eti­ket­ten­schwin­del bei Such A Surge. Wurde auch Zeit. Lange genug frönte Dru­mer Antek mit Revol­ver sei­ner Death ‚n‘ Roll-​​Leidenschaft, lange genug ver­öf­fent­lichte Gitar­rist Den­nis unter eige­nem Namen, lange genug zollte Front­mann Olli sei­nen HipHop-​​Wurzeln Tri­but — viel zu lange rock­ten Such A Surge unter fal­scher Flagge als Pain In The Ass.

Mit „Rot­licht“ (Sony Music) mel­det sich die deut­sche Härte aus Braun­schweig ein­drucks­voll zurück; ihre Auf­merk­sam­keit gilt nach dem pop­pi­gen Vor­gän­ger „Der Surge Effekt“ wie­der dem Wesentlichen.

Schon der wütende Opener „Sag jetzt nichts mehr“ knallt mit sur­ge­ty­pi­schen Shouts und Power-​​Drumming rich­tig rein. Bei gehal­te­ner Härte („Aktion“) gibt man sich in Folge gewohnt gesell­schafts­kri­tisch („Alles muss raus“), gönnt dem Hörer zwi­schen­durch ruhi­gere Tracks wie „Hypo­chon­der“ und „Augen­blick“. Bis der erste echte „Fremd­kör­per“ auftaucht.

Auch wenn „Rot­licht“ ein typi­sches Such-​​A-​​Surge-​​Album gewor­den ist, die Ein­flüsse der musi­ka­li­schen Aus­flüge sind gerade bei der ers­ten Single-​​Auskopplung „Fremd­kör­per“ nicht zu über­hö­ren. Davon zeu­gen per­kus­sive Rhyth­men und ath­mo­sphä­ri­sche Licks. Um das ein oder andere Ver­le­gen­heits­stück („Nie genug“, „Kei­nen Schritt wei­ter“) kommt man dann zwar doch nicht herum, aber am Schluss zählt im Grunde doch nur eines: Such A Surge haben sich wie­der ins rechte Licht gerückt.