Eine alte ver­kom­mene Garage in irgend­ei­nem gott­ver­las­se­nen schwe­di­schen Hin­ter­hof, so voll­ge­stopft mit Equip­ment, dass es einem Instru­men­ten­lieb­ha­ber ob des Chaos die Trä­nen in die Augen trei­ben dürfte. Der­weil zieht hoch oben am Him­mel eine Stern­schnuppe ihren fina­len Halb­kreis und wäh­rend der eine Stern für immer zu ver­glü­hen droht geht ein neuer auf am end­los wei­ten Musik­ho­ri­zont: Die Cae­sars aus Stock­holm ver­zich­ten kur­zer­hand aufs obli­ga­to­ri­sche „The“. Schnell muss es gehen — schließ­lich lau­tet ihr Garagenrock-​​Gelöbnis „39 Minu­tes Of Bliss (In An Other­wise Mea­nin­gless World)“ (Vir­gin).

Drei Plat­ten hat der Schweden-​​Vierer bis­lang ver­öf­fent­licht, damals noch unter dem Label Cae­sars Palace. Bei Vir­gin war man jedoch der Ansicht, dass sich kurz und knapp bes­ser ver­mark­ten lässt und so ent­hält „39 Minu­tes Of Bliss“ die mit­un­ter bes­ten Tracks der bis­lang erschie­ne­nen Caesars-​​Platten. Seit neun Jah­ren musi­zie­ren Band­lea­der César Vidal und seine drei Mit­strei­ter schon zusam­men — ohne dass es hier­zu­lande irgend jeman­dem auf­ge­fal­len wäre. Schade eigent­lich, denn ihr six­ties­ge­schwän­ger­ter Gara­gen­rock macht sich just in der Nische zwi­schen „alles schon mal da gewe­sen“ und „doch irgend­wie gänz­lich neu“ breit.

Ohne dem Brit­pop die kalte Schul­ter zu zei­gen, sor­gen neben der mar­kan­ten Stimme von Sän­ger Vidal vor allem die immer wie­der ein­ge­floch­te­nen Farfisa-​​Orgel-​​Klänge für den typisch-​​unverkennbaren Caesars-​​Sound. Und her­aus kommt ein alter­na­ti­ver Stil-​​Mix aus Beat, Pop, Punk und Psychdelic-​​Rock wie man ihn wahr­lich sel­ten zu Gehör bekommt. Wer noch skep­tisch ist, dem seien nach­fol­gende zwei Anspiel­tipps ans Herz gelegt — leben wir doch in der Zeit des digi­ta­len Gebens und Neh­mens: „Sort It Out“ und „I’m Gonna Kick You Out“ dür­fen stell­ver­tre­tend für eines der inter­es­san­tes­ten Alben der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit ste­hen. Aller­dings sollte auch das Ori­gi­nal in kei­ner halb­wegs anspruchs­vol­len CD-​​Sammlung feh­len — schließ­lich soll der schwe­di­sche Stern noch lange am Musik­fir­ma­ment prangen.