So man­che Pop-​​Kombo auf Got­tes Erden ver­kauft ihre glatt gebü­gel­ten Pop-​​Schnulzen unter dem Label Rock­mu­sik, nur weil sie dre­cki­gen Gitar­ren­sound und mehr­stim­mi­gen Satz­ge­sang zu kom­bi­nie­ren ver­ste­hen. Genauso tun es auch Fuzzy Casino — und das gar nicht mal schlecht.

Bis­her mehr oder weni­ger bekannt als Silent Noise haben sich die Ber­li­ner im Früh­jahr die­ses Jah­res von puber­tä­rer Alt­last los­ge­sagt. Gerade recht­zei­tig zum Ver­öf­fent­li­chungs­ter­min ihrer ers­ten Sin­gle „Happy Toge­ther“ (Hansa Amig/​Sony BMG).

Kaum, da der letzte Colt ver­raucht, der letzte Böse­wicht zur Stre­cke gebracht und die holde Maid gebus­selt wurde, da stür­zen die Mas­sen auch schon gen Aus­gang als ob der Haupt­dar­stel­ler per­sön­lich vor­ge­fah­ren wäre — trau­ri­ger Kino­all­tag. Beim Abspann den Akteu­ren die Auf­war­tung zu machen, dafür ist vie­len die Zeit zu kost­bar. Damit ist jetzt Schluss. Wer in der kürz­lich ange­lau­fe­nen deut­schen Kino­über­ra­schung „Adam & Eva“ ein eben sol­ches Geba­ren an den Tag legt, wird ob des Titeltracks jäh in den Kino­ses­sel zurück­ge­so­gen werden.

Denn „Happy Toge­ther“, die Rock-​​Version des Turtles-​​Klassikers, win­det sich beim Abspann unauf­halt­sam durch die Gehör­gänge, dort ver­weilt sie dann und ver­lei­tet noch Tage spä­ter zu unkon­trol­lier­tem Vor-​​sich-​​hin-​​Summen. Der maß­geb­li­che Anteil dafür liegt frei­lich nicht beim Hauptstadt-​​Quartett und den­noch: Auch eine solch stim­mige Inter­pre­ta­tion will erst ein­mal ein­ge­spielt sein. Und mit der Beat-​​Rock-​​Nummer „Pretty One“ und der Bal­lade „Say Hello“ bewei­sen Fuzzy Casino, dass sie nicht nur gut rocken, son­dern auch schmacht­voll zu sin­gen ver­ste­hen. Also, sit­zen blei­ben — diese Band ist wahr­lich eine Sünde wert!