„Die ganze Stadt ist wie leer gefegt, weil jeder sich hier her bewegt. Eine Menge völ­lig zügel­los — was ist bloß auf dem Hügel los?“, fragt der Karls­ru­her Musik-​​Kabarettist Gunzi Heil auf sei­ner neuen CD „Das Fest“, um die Ant­wort umge­hend hin­ter­her­zu­schie­ben: Näm­lich „Drei Tage Party At Its Best“! Anno 2002 war es, als die Fei­er­lich­kei­ten in der „Klotze“ zu Ende gin­gen man sich noch Monate nach­dem der letzte Ton auf der Thea­ter­bühne ver­klun­gen ist uni­sono fragt: „Wann gibt’s denn diese ‚Hügel-​​Hymne‘ end­lich auf Platte?“ Die Ant­wort lau­tet: Jetzt!

Beim Release-​​Konzert im Jubez offen­bart sich das bis­lang wohl behü­tete Geheim­nis des „Gunzi-​​Looks“ mit schwar­zem T-​​Shirt und Leder­hose, dazu die sem­mel­blonde und vor allen Din­gen weit jen­seits der Schul­ter­länge ange­sie­delte Mähne — an dem Musik-​​Kabarettisten ist ein ech­ter Rocker ver­lo­ren gegan­gen: Gemein­sam mit der Gruppe Lim­bic jagt er wie ein Der­wisch über die für sei­nen poten­zi­el­len Bewe­gungs­ra­dius viel zu klein gera­tene Bühne.

Nicht von unge­fähr, denn was nur wenige wis­sen: Für Gunzi Heil ist jener Abend eine Rück­kehr in längst ver­gan­gene Zei­ten. Doch als Front­mann der Blues-​​Rock-​​Formationen La Grange, Tuning Fork und der Stones-​​Cover-​​Band Public Under­ground blieb ihm der Durch­bruch ver­wehrt — zum Wohle der Klein­kunst. Doch von der ist auf „Das Fest“ (fast) nichts mehr zu hören.

Die gemein­sam mit dem Kon­stan­zer Quar­tett Lim­bic ein­ge­spielte Maxi kommt im schi­cken Digi­pack mit fünf Tracks daher, wobei drei davon Varia­tio­nen des „Fest“-Songs sind. Dazu gibt es eine Band-​​Version von „Karls­ruh (ich komm aus Dir)“ sowie das „Klas­sik­spät­stück“. Wem der Opener „Das F.“ zu hip­ho­plas­tig ist, der kann bei der Rock-​​Radio-​​Edit „Sym­pa­thy For The Fest“ har­ten Gitar­ren­klän­gen frö­nen. Außer­dem ent­hal­ten ist ein „his­to­ri­scher“ Mit­schnitt von der Thea­ter­bühne, eben das „Das Fest — live“.

Dass ein sol­cher über­haupt exis­tiert, ist einem froh­ge­mu­ten „Fest“-Gänger zu ver­dan­ken, der sei­nen Mini-​​Recorder inmit­ten der Menge gen Him­mel reckte — auch wenn er, um seine wei­te­ren Akti­vi­tä­ten nicht zu gefähr­den, im Nach­hin­ein dar­auf ver­zich­tete, nament­lich genannt zu wer­den. Den Dank heimst dafür am Schluss der „Live“-Version der „Fest“-Organisator per­sön­lich ein: „Es gibt nur einen Rolf Fluh­rer!“ Gewiss, Ehre wem sie gebührt. Doch macht eine Schwalbe allein bekannt­lich noch lange kei­nen Som­mer. Auch beim ver­an­stal­ten­den Stadt­ju­gend­aus­schuss nicht.