8. Juli 2003

Hulk (Soundtrack)

Es gab wohl nur wenige Bands, die das Kli­schee der unzähm­ba­ren Rock ‚n‘ Rol­ler so gekonnt bedien­ten wie die Gun­ners um Rock-​​Diva Axl Rose Ende der 80er. Und mit den bei­den „Use Your Illusion“-Alben schu­fen sie sich Anno 1991 ein Denk­mal. Dann wurde es sehr still um Guns n‘ Roses — bis sie sich selbst den Todes­schuss versetzten.

Eine Com­pi­la­tion alter Punk-​​Covers mit dem Namen „The Spa­ghetti Inci­dent?“ konnte den ste­ti­gen Zer­fall nicht auf­hal­ten, die Band­mit­glie­der kon­zen­trier­ten ver­mehrt auf ihre Solo­pro­jekte und so sind Guns n‘ Roses heuer bis auf wei­te­res Musik-​​Geschichte. Wer aller­dings die­ser Tage dem Trei­ben des grü­nen Hüh­nen im Kino zuschaut, dürfte hell­hö­rig wer­den: Ist das nicht Slashs unver­kenn­ba­rer Gitarrensound?

Beim Titel­song zum aktu­el­len Kino-​​Blockbuster „Hulk“ (Decca/​Uni­ver­sal) könnte man sich in der Tat bei­nahe der Illu­sion hin­ge­ben, die Gun­ners hät­ten sich aus ihren musi­ka­li­schen Grä­bern erho­ben. „Set Me Free“ heißt das gute Stück, bei dem sich neben Slash alias Saul Hud­son auch Bas­sist Duff McKa­gan und Drum­mer Matt Sorum aus der alten Guns n‘ Roses-​​Formation zusam­men­ge­tan haben. Auch wenn die Stimme zunächst eine gewisse Ähn­lich­keit auf­weist — es ist Scott Wei­land von den Stone Temple Pilots, der das Mikro in Hän­den hält. Das Quin­tett kom­plet­tiert Sui­ci­dal Ten­den­cies–Gitar­rero Dave Krushner.

Wenn auch die rest­li­chen 18 Tracks aus der Feder des bekann­ten Filmmusik-​​Komponisten Danny Elf­man durch­aus nicht zu ver­ach­ten sind — im Vor­der­grund des „Hulk“-Soundtracks steht ganz klar die ful­mi­nante Abschluss-​​Nummer „Set Me Free“, wel­che den Zuhö­rer in den ach so schö­nen ver­gan­ge­nen Zei­ten schwel­gen lässt, als Rosen und Pis­to­len noch für Sex, Drugs und vor allem Rock ‚n‘ Roll bes­ter Mach­art stan­den. Use Your Illusion!