Der vierte „könich­li­che“ Streich der Wer­ner­sens kam jüngst in die deut­schen Licht­spiel­häu­ser und setzt mit alter­na­ti­ven Fuß­ball­spie­len, jeder Menge Bölks­toff und hei­ßen Schüs­seln ganz auf die guten alten Werte. Sel­bi­ges gilt auch für den Sound­track (Wsm/​War­ner Music) zu „Wer­ner — Gekotzt wird spä­ter“, auf dem wie­der jede Menge Rock ‚n‘ Roll-​​Tracks der Haus– und Hof-​​Kombo Tor­f­rock und Andreas Fah­nert zu fin­den sind.

Und alle­samt ken­nen sie nur ein Credo: Flasch­bier auf, Gang rein — und die trot­te­li­gen Ord­nungs­hü­ter am Aus­puff schnup­pern las­sen. Der Opener „Ger­ner Wer­ner“ zeigt gleich zu Beginn, wo’s die kom­men­den 58 Minu­ten lang geht. Klaus Büch­ner, der bewährte Werner-​​Sprecher und lang­jäh­rige Tor­f­rock–Sän­ger, schmet­tert eine melo­di­sche Mitgröhl-​​Nummer, die dem Zuhö­rer einem Comic-​​Protagonisten gleich den Bölks­toff vor dem geis­ti­gen Auge krei­sen lässt. Dazu gesel­len sich Sinnlos-​​Texte in bes­ter Torfrock-​​Manier: „Freie Bahn mit Mar­zi­pan“, in wel­cher die Man­nen um Klaus Büch­ner „Ohne Rück­licht auf Ver­luste“ in die Sai­ten hau’n.

Dazwi­schen tum­meln sich glei­cher­ma­ßen musi­ka­li­sche Lecker­bis­sen, wie etwa der rockige Rhythm ‚n‘ Blues-​​Klassiker „All Right Now“ und gesang­li­che Geschmacks­ver­ir­run­gen á la Freddy Quinns „Wir zwei Mann und kein Befehl“ oder „Cheri Cheri Lady“, dar­ge­bo­ten vom träl­lern­den Pen­dant zu Sieg­fried und Roy. Mit zu den bes­ten Num­mern gehö­ren jedoch zwei­fels­ohne „Audo­baun“ und die „High­way To Hell“-Adaption „Auf’m Heim­weg zu schnell“ von den Barm­bek Allstars.

Auch Andreas Fah­nert steu­ert ein­mal mehr sein Lied­gut zum neuen „Werner“-Soundtrack bei, wobei auch hier die Alt­be­kann­ten zugleich die Bes­ten sind. Einem äußerst hörens­wer­ten Remix von „Jetzt geht das los“ folgt das unver­bes­ser­li­che Ori­gi­nal „Vol­les Rooäää!!!“. Zusam­men mit Tor­f­rocks „Bein­hart“ und dem Titel­song des zwei­ten „Werner“-Streifens („Das muss kes­seln“) fin­den sich gar vier Num­mern, die den Kauf des Albums allein schon recht­fer­ti­gen würden.

Noch dazu aus­ge­zeich­net mit einem Güte­sie­gel, das noch aus jener Zeit datiert, als der neuartig-​​silberne Rund­ling Com­pact Disc in den Kampf gegen die schwarz-​​etablierte LP geschickt wurde: Bonus-​​Tracks darf sich das Schluss-​​Quartett folg­lich nen­nen. Ob so viel Nost­al­gie bleibt eigent­lich nur noch eines zu tun: Das Olds­mo­bile aus der Garage geholt und dann vol­les Rohr bis es kes­selt. Wel­ches „Fudda“ ins Tape-​​Deck gehört, dürfte außer Frage stehen.