Im Welt­meis­ter­jahr 1990 war es, als ein Fuß­ball­spiel der beson­de­ren Art für erhei­terte Gemü­ter in den bun­des­deut­schen Kino­sä­len sorgte. 13 Jahre und zwei mehr schlecht als rechte Kino­filme spä­ter — die in Puncto Charme und Witz dem Ori­gi­nal jedoch nie das Was­ser rei­chen konn­ten — set­zen die Macher von „Wer­ner“ aber­mals auf die alt­be­währte Tugend. Aber was hilft es, ver­gan­ge­nen Zei­ten nach­zu­trau­ern, wenn es hier und heute um exis­ten­zi­elle Fra­gen geht, die demo­kra­tisch aus­ge­wür­felt wer­den wol­len: Ein neuer „Könich“ wird gesucht. Bölks­toff raus und Vor­hang auf für „Wer­ner — Gekotzt wird spä­ter“!

Hoch oben, wo der Nor­den am flachs­ten ist, sit­zen Wer­ner, Andi und Eckat zusam­men und wür­feln darum, wer künf­tig als Könich zu bestim­men hat. Doch immer wie­der unter­bre­chen sie ihr fröh­li­ches Picheln, denn die Erin­ne­rung an Ver­gan­ge­nes über­mannt die drei wacke­ren Gesel­len: Was waren das noch für Zei­ten, damals am Cam­ping­platz in Kor­sika, als der uner­müd­li­che FC Che­moklo beim spon­ta­nen Fuß­ball­match den Rasenschach-​​Nieten vom TuS Iso­matte ein für alle­mal zeigte, wie ein guter Campingplatz-​​Kick aus­zu­schauen hat.

Hau wech den Scheiß!

Doch heu­reka — end­lich ist ein neuer Regent gefun­den! Und Könich Wer­ner hat denn auch gleich Regie­rungs­in­halte für seine Unter­ta­nen parat: Er will wie­der „Flach­köp­per machen“. Mit Flie­gen­klat­sche, Krone, Könichs­man­tel und Fud­der im Tank geht’s los, denn das Motto heißt: „Nicht in der Arbeit auf der Matte stehn, die Räder sol­len auf’m Asphalt sich drehn.“ Und so neh­men Wer­ner, Eckat, Andi und der einem Könichs­ve­hi­kel nur ent­fernt ähnelnde Ford Tau­nus, Kurs gen Süden.

Mit „Wer­ner — Gekotzt wird spä­ter“ kommt nun die mitt­ler­weile vierte Auf­lage der Comic-​​Adaption in unsere Kinos. Doch nicht nur ob der „zwei­ten Halb­zeit“ des wahr­haft legen­dä­ren Fuß­ball­spiels aus dem ers­ten Teil drängt sich ab und an die Frage auf, ob den Machern um Werner-​​Vadder Brö­sel alias Röt­ger Feld­mann nun end­gül­tig nichts Neues mehr ein­fal­len mag. Was sei­ner­zeit unbe­strit­ten einen beson­de­ren Witz hatte, ist heute ein­fach nur noch pein­lich. Aber so ist das, wenn er Akti­en­kurs Ach­ter­bahn fährt und der „Moi­stä“ aus Geld­not zurück ans Zei­chen­brett muss. Hau bloß wech den Scheiß! Gekotzt wird schließ­lich erst nach dem Film.