17. Juli 2003
Werner — Gekotzt wird später
Im Weltmeisterjahr 1990 war es, als ein Fußballspiel der besonderen Art für erheiterte Gemüter in den bundesdeutschen Kinosälen sorgte. 13 Jahre und zwei mehr schlecht als rechte Kinofilme später — die in Puncto Charme und Witz dem Original jedoch nie das Wasser reichen konnten — setzen die Macher von „Werner“ abermals auf die altbewährte Tugend. Aber was hilft es, vergangenen Zeiten nachzutrauern, wenn es hier und heute um existenzielle Fragen geht, die demokratisch ausgewürfelt werden wollen: Ein neuer „Könich“ wird gesucht. Bölkstoff raus und Vorhang auf für „Werner — Gekotzt wird später“!
Hoch oben, wo der Norden am flachsten ist, sitzen Werner, Andi und Eckat zusammen und würfeln darum, wer künftig als Könich zu bestimmen hat. Doch immer wieder unterbrechen sie ihr fröhliches Picheln, denn die Erinnerung an Vergangenes übermannt die drei wackeren Gesellen: Was waren das noch für Zeiten, damals am Campingplatz in Korsika, als der unermüdliche FC Chemoklo beim spontanen Fußballmatch den Rasenschach-Nieten vom TuS Isomatte ein für allemal zeigte, wie ein guter Campingplatz-Kick auszuschauen hat.
Hau wech den Scheiß!
Doch heureka — endlich ist ein neuer Regent gefunden! Und Könich Werner hat denn auch gleich Regierungsinhalte für seine Untertanen parat: Er will wieder „Flachköpper machen“. Mit Fliegenklatsche, Krone, Könichsmantel und Fudder im Tank geht’s los, denn das Motto heißt: „Nicht in der Arbeit auf der Matte stehn, die Räder sollen auf’m Asphalt sich drehn.“ Und so nehmen Werner, Eckat, Andi und der einem Könichsvehikel nur entfernt ähnelnde Ford Taunus, Kurs gen Süden.
Mit „Werner — Gekotzt wird später“ kommt nun die mittlerweile vierte Auflage der Comic-Adaption in unsere Kinos. Doch nicht nur ob der „zweiten Halbzeit“ des wahrhaft legendären Fußballspiels aus dem ersten Teil drängt sich ab und an die Frage auf, ob den Machern um Werner-Vadder Brösel alias Rötger Feldmann nun endgültig nichts Neues mehr einfallen mag. Was seinerzeit unbestritten einen besonderen Witz hatte, ist heute einfach nur noch peinlich. Aber so ist das, wenn er Aktienkurs Achterbahn fährt und der „Moistä“ aus Geldnot zurück ans Zeichenbrett muss. Hau bloß wech den Scheiß! Gekotzt wird schließlich erst nach dem Film.
