„Eins, zwei, Freddy kommt vor­bei. Drei, vier, ver­schließe deine Tür. Fünf, sechs, es holt dich gleich die Hex. Sie­ben, acht, es ist gleich Mit­ter­nacht. Neun, zehn, wirst den Mor­gen nicht mehr sehn…“ Wem hat der Kin­der­reim nicht schon schau­rige Stun­den vor der Flim­mer­kiste berei­tet. Wes Cra­vens „Night­mare On Elm-​​Street“ aus dem Jahre 1984 zählt zu den Klas­si­kern des moder­nen Hor­ror­films und annä­hernd 20 Jahre und sie­ben Fort­set­zun­gen spä­ter kämpft der Kin­der­mör­der mit Pizza-​​Face, Strei­fen­pulli und Klin­gen­hand gegen einen ande­ren Heroen des Splatter-​​Genres.

Jason Voor­hees, aus „Frei­tag, der 13.“, jener Mann der die Eishockey-​​Maske salon­fä­hig machte, ist sein Kon­tra­hent im aktu­el­len Kino-​​Blockbuster. Und wen wundert’s, dass es auch beim Sound­track von „Freddy vs. Jason“ (Roa­d­run­ner Records/​Universal) knall­hart zugeht: „Evil Has Two Names — But Only One Sound“.

Mit dem Bösen ist es aller­dings nicht mehr ganz so weit her. Das Fürch­ten leh­ren die bei­den Horror-​​Titanen anno 2003 wohl kaum einem mehr und es ist frag­lich, ob der Strei­fen von Ronny Yu das über­haupt möchte. Ist es nicht viel­mehr der Reiz des Gro­tes­ken, zwei so ver­diente Leinwand-​​Killer in die Schlacht der Schläch­ter zu schi­cken? Auch wenn die Musik im Film selbst bei auf­merk­sa­mem Lau­schen lei­der viel zu sel­ten zu ver­neh­men ist — der Sound­track von „Freddy vs. Jason“ gehört zu den inter­es­san­tes­ten Zusam­men­stel­lun­gen in Sachen Metal seit langem.

Zu dem hier­zu­lande teil­weise gänz­li­chen unbe­kann­ten Mate­rial — etwa von Slip­knot, Kills­witch Engage, Seven­dust, den Mur­der­dolls und Seether — sind auch zahl­rei­che rare Titel von Hate­breed, Chi­maira, Stone Sour und Sepul­tura (mit Ex-​​Faith No More-​​Sänger Mike Pat­ton) ver­tre­ten, die wohl nur jenen Zeit­ge­nos­sen geläu­fig sein dürf­ten, die eine lücken­lose Sin­gle– und Import-​​Sammlung ihr Eigen nen­nen können.

Gleich beim Opener geht’s rich­tig brachial-​​melodisch zur Sache: Von Il Nino stammt die offi­zi­elle Sin­gle zum Sound­track. Das Video zu „How Can I Live“ kann der Metal-​​Freund der­zeit beim Musik­sen­der sei­nes Ver­trau­ens bestau­nen. Wer sich hin­ge­gen aufs Hören beschränkt, sollte nach dem Ein­le­gen von „Freddy vs. Jason“ neben „How Can I Live“ unbe­dingt Spi­nes­hank und ihr „Begin­ning Of The End“, „Sun Doesn’t Rise“ von Mushroomhead sowie Power­man 5000 und „Bombs­hell“ anspielen.

Ob das Böse wirk­lich nur zwei Namen hat, ist wie so vie­les im Leben Ansichts­sa­che und ein­mal abge­se­hen davon, dass Mari­lyn „Sho­ck­rock“ Man­son sicher­lich sein Veto ein­le­gen würde, bleibt fest­zu­hal­ten: Wenn das hier der Sound des Bösen ist, fällt es nicht son­der­lich schwer, sich auf die Seite der Bad Guys zu schlagen.