„Punk ist keine Reli­gion, Punk ist für sein Leben grad­zu­ste­hen, Punk ist sei­nen eige­nen Weg zu gehen.“ 1993 fass­ten Nor­mahl in drei Sät­zen und ebenso vie­len Minu­ten zusam­men, was es über die eins­tige Bewe­gung der Stunde noch zu sagen gibt.

Auch von den vier Schwa­ben gab’s seit­her nicht mehr viel. Mit gleich­na­mi­gem Album wurde kurz nach der per­sön­li­chen Wie­der­ver­ei­ni­gung eine „Aus­zeit“ ein­ge­läu­tet, die bis heute andau­ert. Da bie­tet sich mehr als eine Gele­gen­heit, auf die „Best Of“-Scheibe „Das ist Punk“ (L.a.R.S. M/​SPV) mit Lied­gut aus den Jah­ren zwi­schen 1978 und 2003 zurück­zu­grei­fen und ein biss­chen im Quer­schnitt neu ein­ge­spiel­ter Band­ge­schichte zu schwelgen.

Obgleich man schon schon auf der ers­ten LP „Ver­ar­schung total“ mit dem Aus­ver­kauf einer Bewe­gung abrech­net, avan­cier­ten Nor­mahl mit pro­vo­kan­ten Zei­len wie „Haut die Bul­len platt wie Stul­len“, „Er war ein stadt­be­kann­ter Schlä­ger und heute ist er Poli­zist“ oder natür­lich „Schwarz Rot Gold — auf dass euch bald der Teu­fel holt“ schnell zu Szene-​​Ikonen.

Diese und 25 wei­tere Klas­si­ker bellte Vor­tex­ter Lars Besa für die Jubi­lä­ums­scheibe zum Spiel von Jürgen-„Pipi“-Pirpamer-Nachfolger Mick Scheu­erle (Gitarre), Manny Rut­zen (Bass) und Scobo Sko­bow­ski hin­ter der Schieß­bude unge­niert (aber mit teils ange­pass­ten Stro­phen) neu ein: Schwer Sys­tem­kri­ti­sches wie „Fah­nen­eid“ und „Keine Über­do­sis Deutsch­land“ mischt sich wie eh und je mit leicht­ver­dau­li­chen Trink­lie­dern à la „Frag­g­les“ oder „Bier­vam­pir“ und den Ohr­wür­mern „Am Tage X“ und „Hans im Glück“ — Pflicht­num­mern aus der Deutsch-​​Punk-​​Juke-​​Box! Und ebenso Essenz aus einem Vier­tel Jahr­hun­dert Nor­mahl. Mehr wird’s dazu wohl auch nicht mehr zu sagen geben.