Schwä­chen, die zei­gen Sera­fin mit ihrem Grunge-​​Rock-​​Debüt „No Push Col­lide“ (Sony Music) nicht. Eigent­lich machen die vier Jungs von der Insel sogar ver­dammt viel rich­tig. Und dass der Hörer beim durch­fors­ten der zwölf Tracks stän­dig am Rät­seln ist, wel­cher bekann­ten For­ma­tion die­ser und jener Song denn nun wie­der ähneln könnte, ist schlicht und ergrei­fend Newcomer-​​Schicksal.

Viel­leicht darf es ja schon bald als der Serafin-​​Sound gel­ten, wenn sich ohr­wur­mar­tige Refrains aus dem Munde von Sän­ger Ben Fox schein­bar mühe­los unter mar­tia­li­sche Gitarren-​​Ausbrüche mischen, um wie­derum von ebenso gekonnt dar­ge­bo­te­nen nuan­cier­ten Melo­die­läu­fen abge­löst zu werden.

Wenn­gleich sich dem geüb­ten Hörer gleich eine ganze Palette von Refe­ren­zen auf­drän­gen mag, die von Nir­vana über die Foo Figh­ters oder Wee­zer bis hin zu den Queens Of The Stone Age rei­chen, bleibt am Ende noch genü­gend Sera­fin übrig, um nicht gänz­lich in der Plagiat-​​Schublade zu verschwinden.

Alter­na­tive Rock-​​Klänge aus Eng­land sind zuge­ge­ben nicht eben sel­ten. Doch das Quar­tett darf schon allein des­halb nicht als klas­si­sche Insel­kombo abge­tan wer­den, weil die Band­mit­glei­der fein säu­ber­lichst übers gesamte Com­mon­wealth ver­teilt sind: Nur Ben Fox stammt aus Eng­land, kom­plet­tiert wird die Runde durch den Schot­ten Dar­ryn Har­k­ness an der Gitarre und den bei­den Neu­see­län­dern Ben Ellis (Bass) und Ronny Grow­ler (Drums).

Ihre Songs auf „No Push Col­lide“ scheuen weder die pop­pi­gen Melo­dien, wie etwa beim Ohr­wurm „Day By Day“ — wel­cher aller­dings kaum mehr zu ver­ber­gen ver­mag, dass die Foo Figh­ters Quelle der Inspi­ra­tion waren — bal­la­den­hafte Tracks („Pea­ches From Spain“) noch den rot­zi­gen Grunge-​​Gitarren-​​Sound und wenn sich Ben Fox bei „Lethargy“ die Seele aus dem Leib schreit, sind Asso­zia­tio­nen mit dem Gesang von Grunge-​​Ikone Kurt Cobain fast unver­meid­lich. Doch trot­zen Sera­fin ihrem Newcomer-​​Schicksal wacker mit makel­lo­sen Rock­songs — und es wäre schon sehr ver­wun­der­lich, wenn die­ses Bemü­hen in Zukunft unbe­ach­tet bliebe.