Die mys­tisch ver­klärte Zif­fer schreibt sich quasi von selbst aufs Cover-​​Artwork: Es ist das siebte Album (Motor Music/​Megalux/​Vielklang) der sie­ben Ber­li­ner genannt In Extremo, die nun schon seit sie­ben Jah­ren mit ihrem Harp-​​, Dudelsack-​​, Schall­mei– und Drehleier-​​Rocksound das Genre anreichern.

Die 1996 gegrün­dete Kombo wurde berühmt-​​berüchtigt durch ihre his­to­ri­schen Melo­dien, mit­tel­al­ter­li­ches Äuße­res — und vor allen Din­gen eine sprich­wört­lich heiße Büh­nen­show. Wer die Musi­ker anno ’98 im Sub­s­tage erlebt hat, erin­nert sich zwei­fel­los: Feuer samt Schlu­cker pro­du­zier­ten damals reich­lich heiße Luft — und noch lange Zeit spä­ter zeugte eine ange­k­okelte Decke von ihrem Besuch in der eins­ti­gen Unter­füh­rung am Ettlinger-​​Tor-​​Platz. Die Befürch­tun­gen der Substage-​​Organisatoren, In Extremo wür­den bei Ihrem „7“-Gig im ver­gan­ge­nen Spät­herbst das mor­sche Gebälg der Dur­la­cher Fest­halle in Brand ste­cken, bewahr­hei­te­ten sich jedoch nicht.

Aber auch nur des­halb, weil sich „Das letzte Ein­horn“ (Gesang), „Dr. Pymonte“ (Dudel­sack, Harfe, Schal­meien), „Flex der Bieg­same“ (Dudel­sack, Schal­meien), „Yel­low Pfeif­fer“ (Dudel­sack, Schal­meien, Nyckel­harpa), „Der Lange“ (Gitarre), „Der Mor­gen­stern“ (Schlag­zeug) und „Die Lut­ter“ (Bass) mit ihren Feu­er­spiel­chen merk­lich zurück­hiel­ten. Der Funke sprang ledig­lich dahin, wo er hin­ge­hört: aufs Publikum.

Denn In Extremo sind immer noch unver­kenn­bar In Extremo, nur eine Spur ecki­ger und kan­ti­ger viel­leicht; die neue deut­sche Härte hat auf „7“ end­gül­tig Ein­zug gehal­ten. Bes­tes Bei­spiel sind die bei­den Tracks „Erd­beer­mund“ und „Sagrada Tro­bar“. Einer­seits wird der Hörer bei­nahe unge­wohnt ein­gän­gig und melo­diös umgarnt („Mein Kind“), ja fast froh­ge­mut zum Tänz­chen auf­ge­for­dert („Davert-​​Tanz“), bevor man ihn mit bra­chia­lem Gitarren-​​Sound zurück­schubst und in gewohn­ter „Wind“-Manier daran erin­nert, wer hier den Ton angibt („Küss mich“). Wie verkündet’s „Das letzte Ein­horn“ beim — rich­tig, Titel Num­mer sie­ben — doch gleich voll­mun­dig: „Wer sich mit uns auf den Weg macht, gewinnt fürs Leben.“ Na, wenn das mal kein Omen ist.