„Seid ihr Pop-​​Mäuse oder Punk-​​Monster?“, wollte Sän­ger Archi beim Gig sei­ner Ter­ror­gruppe im Karls­ru­her Sub­s­tage vom Publi­kum wis­sen. Die Frage indes war frei­lich rhe­to­ri­scher Natur und die Ant­wort passt mitt­ler­weile auch ganz gut auf jene, die sie gestellt haben. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren haben die Ber­li­ner eine kom­plette Repu­blik unter­wan­dert und seit kur­zem ist ihr sieb­tes Album auf dem Markt: „Fun­da­men­tal“ (Aggropop/​Destiny) heißt der neue Rundumschlag.

Wäh­rend die ers­ten Auf­nah­men noch nach klas­si­schem Punk­rock klin­gen, kom­men spä­ter immer mehr Reg­gae, Ska und Pop-​​Einflüsse dazu. Die Ter­ror­gruppe nennt ihren neuen Stil kur­zer­hand Aggro­pop und ver­ewigt die­sen auch im Anfang 2002 gegrün­de­ten haus­ei­ge­nen Label.

Doch auch der aggres­sivste Pop funk­tio­niert nicht ohne ent­spre­chende Texte und um ein offe­nes Wort zur rech­ten Zeit war das Quar­tett noch nie ver­le­gen: Mal unbe­küm­mert, mal respekt­los, dann wie­der bewußt naiv legen Sän­ger Archi, Gitar­rist Johnny Bot­trop, Bas­ser Slash Vicous (Sohn von Sid und Nancy) und Maschine West an den Drums amü­siert ihre Fin­ger in die bun­des­deut­schen Wun­den; prak­ti­sche Anlei­tun­gen zur Rebel­lion nicht ausgeschlossen.

An die­sem Kon­zept hat sich auch auf „Fun­da­men­tal“ nicht son­der­lich viel geän­dert — warum auch? Miss­stände gibt’s hier­zu­lande schließ­lich nach wie vor zur Genüge und so ist es eher ver­wun­der­lich, dass sich „nur“ 16 Songs, „Hid­den Track“ inklu­sive, auf der neuen Scheibe tum­meln. Ob Reli­gion („Hedo­nis­ti­sche Heils­front“, „Kathe­dra­len“), Poli­ti­ker („Angela“), braune Brut („Dok­tor, Dok­tor“), klein­ka­rierte Spieß­bür­ger („Klein­stadt“, „Mari­lyn“), Auto-​​Prolls („GTI“) oder Trash-​​TV-​​Ikonen („Bar­bara“) — ein jeder darf sich seine „Watsch’n“ abho­len. Und echte Punk-​​Monster kön­nen ver­dammt hart zuschlagen!