Nachdem die Schweriner Volkszeitung Mitte der 1990er als erste deutsche Tageszeitung den Weg ins World Wide Web gefunden hat, folgten ihr in den vergangenen Jahren nahezu alle großen Verlage aus den verschiedensten strategischen Zielsetzungen heraus mit ihren Publikationen nach. Neben den digitalen Printablegern konkurrieren vermehrt auch reine Netzanbieter um die Gunst der User.
Diese Ausgangslage nimmt die Diplomarbeit „Screen-Design im Online-Journalismus“, geschrieben im Fach „Digitales Informationsdesign“ des Studiengangs Informationsmanagement an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, zum Anlass, Vorzüge wie Nachteile des Webs als journalistisches Medium in Abgrenzung zu den Printmedien aufzuzeigen.
Es bestehen erhebliche Unterschiede bei der Rezeption beider Formate, weshalb das digitale Publizieren einer gesonderten Art der Informationsaufbereitung und ihrer Präsentation bedarf. Vom Interface über den Content bis hin zu den sich entwickelnden webspezifischen Hypermedia-Erzählformen werden die Elemente eines mediengerechten Screen-Designs erörtert und mit Beispielen belegt.
Im Einzelnen herangezogen werden die Online-Ausgaben der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Badischen Zeitung“, der „Bild“-Zeitung sowie des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Neben der selbstgemachten digitalen Konkurrenz buhlen vermehrt auch reine Netzanbieter um die Gunst der User. Einbezogen werden darum auch zwei Publikationen ohne Printpendant; zum einen die „Netzeitung“ als Deutschlands erste überregionale Tageszeitung im Netz sowie das Karlsruher Nachrichtenmagazin ka-news.de als Vertreter der lokal und regional ausgerichteten Online-Zeitungen. Somit zeigt die vorliegende Arbeit auf, welche Möglichkeiten ein hypermediales und interaktives Web dem Journalismus des 21. Jahrhunderts zu offerieren vermag.
Inhaltsverzeichnis
1 Journalismus trifft Internet
2 Print versus Online
2.1 Vom Blattmachen zum Site-Layout
2.2 Potenziale eines Online-Mediums
2.2.1 Nonlineare Rezeption durch Hypertext und Hypermedia
2.2.2 Permanente Aktualisierung und dauerhafte Speicherung
2.2.3 Globales und kostengünstiges Publizieren
2.2.4 Selektivität und Interaktivität
3 Screen-Design als Schnittstelle zum User
3.1 Einordnung des Screen-Design-Begriffs
3.2 Screen-Layout und Interface-Design
3.2.1 Seitenaufbau journalistischer Online-Medien
3.2.2 Bildschirm-Typografie
3.2.3 Die Beeinflussung der Rezeption durch Farben
3.2.4 Navigation und Orientierung wider dem „Lost in Hyperspace„
3.2.4.1 Das Scroll-Dilemma
3.2.4.2 Navigationsleisten, Sitemaps und Suchmaschinen zur Unterstützung des Selektionsprozesses
3.3 Content-Design
3.3.1 Textgestaltung im Online-Journalismus
3.3.1.1 Lesen von Bildschirmtexten
3.3.1.2 Schreiben von Bildschirmtexten im Inverted Pyramid Style
3.3.1.3 Die Überschrift — eine Nachricht über der Nachricht
3.3.1.4 Texteinstieg mit Teaser und Lead
3.3.1.5 Wortschatz, Satzbau und Stil
3.3.2 Fotografien und grafische Elemente
3.3.2.1 Funktion und Aufbereitung von Fotografien
3.3.2.2 Werbebanner — das digitale Pendant der Anzeigenwerbung
3.3.3 Audio, Video und Animation
3.4 Motivation durch Interaktion
3.5 Hypermediale Erzählformen
3.5.1 Der Content-Lebenszyklus
3.5.2 Mehrwert und Transparenz durch Hyperlinks
3.5.3 Vom Printduplikat zum Hypermedia-Patchwork
4 Online-Journalismus — der bessere Journalismus?
