5. Februar 2004
School Of Rock
„It’s A Long Way To The Top, If You Wanna Rock ‚n’ Roll“, das wussten schon Bon Scott und Angus Young anno 1976 zu berichten. Und während sich AC/DC längst den Rock-Göttern zugehörig fühlen dürfen, krebst Lead-Gitarrist Dewey Finn (Jack Black) mehr schlecht als recht im musikalischen Niemandsland herum. Von seiner Band gefeuert und von Mietschulden geplagt, erschleicht er sich einen Aushilfsjob als Lehrer an einer exklusiven Privatschule. Vom Unterrichten hat er natürlich keinen blassen Schimmer.
Doch als Dewey entdeckt, dass seine Streber-Kids musikalisches Talent besitzen, setzt er kurzerhand das Projekt „Rockband“ auf den Stundenplan — und prompt hagelt’s Noten statt Zensuren; gilt es doch, den „Battle Of The Bands“ zu gewinnen.
Das sähe die gestrenge Schulleiterin Rosalie Mullins (Joan Cusack), an deren Eliteschule Dewey unterrichtet, allerdings gar nicht gerne. Sie ist vielmehr darauf bestrebt, den ihr anvertrauten Schülern die beste Erziehung zuteil werden zu lassen. Doch nach ein paar Bierchen schlägt die wahre Leidenschaft auch bei Miss Mullins durch und dazu gehört zweifelsohne der Rock ‚n’ Roll: „We Don’t Need No Education“! ist das Ende vom Lied.
Derweil haben andere ihre Hausaufgaben ganz offensichtlich gemacht. Eines ist dem Streifen nicht abzusprechen: dass seine Macher etwas von guter Musik verstehen nämlich. So gibt es etwa zwischen Jack Black und seiner Filmrolle Dewey Finn durchaus Parallelen: Denn der Schauspieler ist auch im wahren Leben Songschreiber und Gitarrist einer musikalischen Vereinigung mit Namen Tenacious D. Und Regisseur Rick Linklater hat längst mit seinen unabhängigen Produktionen „Slacker“ und „Dazed And Confused“ bewiesen, dass er es versteht, Filme zu drehen, die durch den Rock ‚n’ Roll maßgeblich beeinflusst sind.
Doch „School Of Rock“ ist weit mehr als das. Wohl selten hat ein Blockbuster im wahrsten Sinne des Wortes so gerockt! Und obgleich die Gags von Star-Comedian Black nicht immer dort sitzen, wo sie ihrem Naturell nach hin gehören, die Story darüber hinaus so vorhersehbar und unterhaltend daherkommt, wie ein aufgezeichnetes Fußballspiel bei lauwarmen Bier — „School Of Rock“ hat das Zeug zum Kinovergnügen ohne Reue. Warum?
Es ist es schlicht und ergreifend das harmonische Miteinander von softem Filmchen und harter Musik von Bands wie The Doors, Led Zeppelin, The Who oder den Ramones (nicht zu vergessen die Darbietungen von Black und seinen Schützlingen, die mit der Coverversion von AC/DCs „It’s A Long Way To The Top“ und dem äußerst hörenswerten „School Of Rock“-Song aufwarten) welches diese Komödie zu einem echten Muss macht. „If You Wanna Rock ‚n’ Roll“ versteht sich.
