17 Jahre auf der Schlacht­bank und noch immer galop­piert der Han­no­ve­ra­ner zwi­schen Hacke­beil und Flei­scher­mes­ser. Um die 40 sind seine Rei­ter mitt­ler­weile fast alle und da ist die Frage durch­aus erlaubt, ob die Reflexe noch aus­rei­chen, um nicht von den schar­fen Klin­gen des Musik-​​Business file­tiert zu wer­den. Die CD-​​Veröffentlichungen der ver­gan­ge­nen Zeit haben jeden­falls bereits für so manch blu­ti­gen Krat­zer gesorgt. Mit ihrem neuen Album „Nimby“ (SPV) jedoch haben sich Fury In The Slaugh­t­er­house zur Über­ra­schung vie­ler eine wahre Frisch­zel­len­kur verpasst.

Gleich mit dem Opener „Wel­come To The Other World“ prä­sen­tie­ren die sechs Furys herz­haft erfri­schen­des Lied­gut. Der Stakkato-​​Rock macht rich­tig Laune und spä­tes­tens, wenn das „War­child“ durch die Boxen rockt dürf­ten auch die skep­tischs­ten Hörer vor Freude mit­wie­hern: Die For­ma­tion um Sän­ger Kai Win­gen­fel­der klingt fast wie­der so gut wie zu ihren bes­ten „Radio Orchid“-Zeiten.

>Zwar nur fast wie gesagt, doch viel­leicht so abwechs­lungs­reich wie nie: Unge­wohnt bal­la­den­haft („Heroin Of The Flowers“), bis zum Erbre­chen süß („V.I.P.“) oder sogar mit raplas­ti­gem Refrain („Three Little Pig­gies“) — die Furys haben sich offen­sicht­lich gleich meh­rere Sprit­zen set­zen las­sen, ob nun mit HipHop-​​, Reg­gae– oder Elektro-​​Tinktur gefüllt.

Den­noch fin­det der Hörer auch die alt­be­währ­ten „Trap­ped Today, Trap­ped Tomorrow“-Muster; Fury In The Slaugh­t­er­house haben das unver­kenn­bare Wie­hern („Easy Way“) gott­lob nicht ver­lernt. Im Gegen­teil, mit „Nimby“ bäumt sich der alte Gaul noch­mals kräf­tig auf. Bleibt abzu­war­ten wie lange die Frisch­zel­len­kur anhält — doch für den Moment darf der Schlach­ter getrost wie­der abbe­stellt werden.