Dass sich auch mit drei Akkor­den ganz pas­sa­ble Mucke machen lässt, ist kein Geheim­nis. Und gefäl­li­gen Punk­sound run­ter­schrub­beln, das kann im Grunde jeder, der eine Gitarre halb­wegs gra­de­aus zu hal­ten ver­steht. Auch The Ed Ran­dom Band haben sich die­sem Musik-​​Genre ver­schrie­ben. Über zwölf Run­den schickt das Quar­tett ihren „Boxer“ (Wol­ve­rine Records) in den Ring und der haut — genau: immer feste druff!

Schnel­ler und zugleich melo­di­scher Street­punk feins­ter Mach­art, hier und da ein paar Rockabilly-​​Anleihen, Ran­cid, Glu­e­ci­fer und die Sex Pis­tols im Hin­ter­kopf und man wünscht sich, umge­hend die Sphä­ren jen­seits der zwei Pro­mille zu erklim­men. Den Drei Akkorde-​​Sound neu erfun­den haben frei­lich auch die Schles­wi­ger nicht, wie denn auch. Punk­rock ist nun mal Punk­rock, da sind die Gren­zen seit jeher eng gesteckt. Ver­gleicht man „Boxer“ aller­dings mit jenem Schlag von Ver­öf­fent­li­chun­gen, die einem erst nach Mona­ten beim CDs sor­tie­ren ein zwei­tes Mal in die Hände fal­len und man sich nim­mer­mehr ihrer Güte ent­sin­nen mag, dann klingt das hier Gebo­tene schon reich­lich außergewöhnlich.

Und wer nicht schon beim Opener „Thumbs Up“ rest­los über­zeugt ist, wird spä­tes­tens bei Tracks wie „Hope“ oder „Love’s A Whore“ sei­nen Pogo-​​Durst stil­len müs­sen. Rotzig-​​breite, schnell geschla­gene Gitar­ren tra­gen die Whiskey-​​Stimme von Front­mann Ole und wel­che Punk-​​Formation leis­tet sich schon einen Standbasser?

Bedau­er­li­cher­weise kom­men Fans­kis Zupf­künste nur bei der Rockabilly-​​lastigen Vor­zei­ge­num­mer „The Steps Of Descent“ rich­tig zur Gel­tung. Doch mal abge­se­hen davon ist Boxer“ ein rundum gelun­ge­nes Debüt-​​Album, mit dem die Ed Ran­dom Band zumin­dest hier­zu­lande ihre musi­ka­li­schen Spar­rings­part­ner mit Bra­vour aus­ge­knockt hat: Tech­ni­scher K.O. in der zwölf­ten Runde — spätestens!