Es begab sich vor etwa vier Jah­ren, da traf ein gewis­ser Herr Hip­Hop zwei ver­füh­re­ri­sche Ladies. Frau Folk und Frau Blues indes woll­ten mit dem Rüpel von der Straße eigent­lich nichts zu tun haben, so hat­ten sie es bis­lang immer gehal­ten. Es l(i)ebte sich doch gut unter Sei­nes­glei­chen. „Gestat­ten Erik Schrody, Freunde sagen Ever­last“, stellte er sich schließ­lich vor.

Bei den Damen über­wog die Skep­sis. Doch der mys­te­riöse Fremde gab sich in Folge der­art galant char­mant, dass ihm die bei­den als­bald hoff­nungs­los ver­fie­len. Und es blieb nicht beim „Eat At Whitey’s“. Sie taten es. Ganze drei­mal, und so ist die­ser Tage alles „White Trash Beau­ti­ful“ (Poly­dor/​Uni­ver­sal).

Wenn sie sich lie­ben, dann erklingt bit­ter­sü­ßer Barhocker-​​HipHop, der Frau Folk und Frau Blues von einem Höhe­punkt zum nächs­ten jagt. Da will frei­lich auch Frau Soul nicht unbe­frie­digt blei­ben und greift beherzt ins musi­ka­li­sche Lie­be­spiel ein. Wer kann’s ihr ver­den­ken? Ever­lasts Akustik-​​Gitarren-​​Sound ver­führt auch den neu­tra­len Betrach­ter des Schau­spiels zum unwill­kür­li­chen Mit­wip­pen. Satte Beats, die blue­sige Bass­line und dezent ein­ge­streu­tes E-​​Gitarrenspiel tun ihr Übriges.

So jeden­falls prä­sen­tiert sich der Opener „Blin­ded By The Sun“. Wei­ter geht’s mit druck­vol­len Mid­tempo Beats („White Trash Beau­ti­ful“), ein­gän­gi­gen Bal­la­den („Bro­ken“, „Lonely Road“, „Maybe“), rock­las­ti­gen Tracks („Angel“, „Pain“) bis hin zu rei­nen Rap­num­mern wie „Soul Music“ oder in Ansät­zen „Sleeping Alone“. Nein, vom Spaß-​​HipHop aus den alten House Of Pain-​​Tagen hat er sich ver­ab­schie­det, der Rap­per ist zum Singer/​Songwriter gereift. Aber eben nicht ganz. Mögen Herrn H. noch viele schmut­zige Stun­den mit sei­nen Gespie­lin­nen ver­gönnt sein!