14. Juni 2004
Königwerq — „König des Leids“
Wir schreiben den 30. Mai 1985. Ein Datum, welches das Ende einer der bis dato — mit Verlaub — geilsten Gruppen der Musikgeschichte markiert: Andy Summers, Stewart Copeland und Gordon Sumner alias Sting geben das Aus für The Police bekannt. Das zwei Jahre zuvor veröffentlichte Album „Synchronicity“ sollte ihr Vermächtnis werden. Doch bevor’s ach zu melancholisch wird flugs zurück in die Gegenwart, denn von dort gibt es weitaus Erfreulicheres zu berichten: Dania König und ihre Formation Königwerq huldigen mit der am 14. Juni veröffentlichten Premieren-Single dem „König des Leids“ (Polydor/Universal).
Deutsch-Pop tauften die Karlsruher Sängerin, Mathias Kiefer (Gitarre), Uli Sixt (Bass), der aus Ettlingen stammende Nico Schnepf (Keyboards) und Carl-Michael Grabinger (Schlagzeug) ihren Stil, mit dem sie seit Januar vergangenen Jahres die Bühnen der Region und darüber hinaus in Angriff nehmen. Jetzt sind sie also endlich auf Platte zu haben. Doch einen Allerots bekannten Song wie „King Of Pain“ zu covern mag auf den ersten Blick nicht eben sonderlich kreativ anmuten — zumal doch Alanis Morisette vor noch gar nicht langer Zeit bereits die „Queen Of Pain“ besungen hat. Und nur all zu oft wünscht man sich ja ob solcher Unterfangen, der Künstler möge bereits im Jenseits weilen, um die — nennen wir’s neumodische Interpretation seines Werks nicht mehr miterleben zu müssen.
Sting gehört jedoch ganz sicher nicht dazu. Denn Dania Königs Stimme hat einfach das Gewisse etwas, vereint auf bezaubernde Art Kraft und Sanftmut zugleich. Zumal ihr die deutsche Fassung des Police-Songtextes überraschen gut gelungen ist. Leider musste die vierte Strophe den Gesetzen des Radiomarktes weichen: Ganze fünf Minuten beansprucht das Original, da erhöhen knackige 3:28 die Chance, in die Rotationen des — abermals mit Verlaub — Dudelfunks zu kommen ungemein.
Neben dem „Radio Edit“ ist der „König des Leids“ noch in einer Demo– sowie als Instrumental-Version enthalten. Die Demo-Fassung haben Königwerq in ihrem Mannheimer Studio eingespielt und beweisen damit, dass ihr Sound auch ohne großartige Nachbesserungen erstklassig klingt. „Leichter sein“ ist die letzte Nummer der Single, und die macht wahrlich Lust aufs Album, das derzeit in Vorbereitung ist: Gefälliger Popsound paart sich mit Textpassagen, die fast schon die tiefsinnigen Regionen der German-Indie-Rocker von Kettcar erreichen. Wir schreiben den 14. Juni 2004. Ob dieses Datum wohl ähnliche Berühmtheit erlangen wird — wir dürfen gespannt sein…
