Wir schrei­ben den 30. Mai 1985. Ein Datum, wel­ches das Ende einer der bis dato — mit Ver­laub — geils­ten Grup­pen der Musik­ge­schichte mar­kiert: Andy Sum­mers, Ste­wart Copeland und Gor­don Sum­ner alias Sting geben das Aus für The Police bekannt. Das zwei Jahre zuvor ver­öf­fent­lichte Album „Syn­chro­ni­city“ sollte ihr Ver­mächt­nis wer­den. Doch bevor’s ach zu melan­cho­lisch wird flugs zurück in die Gegen­wart, denn von dort gibt es weit­aus Erfreu­li­che­res zu berich­ten: Dania König und ihre For­ma­tion König­werq hul­di­gen mit der am 14. Juni ver­öf­fent­lich­ten Premieren-​​Single dem „König des Leids“ (Poly­dor/​Universal).

Deutsch-​​Pop tauf­ten die Karls­ru­her Sän­ge­rin, Mathias Kie­fer (Gitarre), Uli Sixt (Bass), der aus Ett­lin­gen stam­mende Nico Schnepf (Key­boards) und Carl-​​Michael Grabin­ger (Schlag­zeug) ihren Stil, mit dem sie seit Januar ver­gan­ge­nen Jah­res die Büh­nen der Region und dar­über hin­aus in Angriff neh­men. Jetzt sind sie also end­lich auf Platte zu haben. Doch einen Alle­rots bekann­ten Song wie „King Of Pain“ zu covern mag auf den ers­ten Blick nicht eben son­der­lich krea­tiv anmu­ten — zumal doch Ala­nis Mori­sette vor noch gar nicht lan­ger Zeit bereits die „Queen Of Pain“ besun­gen hat. Und nur all zu oft wünscht man sich ja ob sol­cher Unter­fan­gen, der Künst­ler möge bereits im Jen­seits wei­len, um die — nen­nen wir’s neu­mo­di­sche Inter­pre­ta­tion sei­nes Werks nicht mehr mit­er­le­ben zu müssen.

Sting gehört jedoch ganz sicher nicht dazu. Denn Dania Königs Stimme hat ein­fach das Gewisse etwas, ver­eint auf bezau­bernde Art Kraft und Sanft­mut zugleich. Zumal ihr die deut­sche Fas­sung des Police-​​Songtextes über­ra­schen gut gelun­gen ist. Lei­der musste die vierte Stro­phe den Geset­zen des Radio­mark­tes wei­chen: Ganze fünf Minu­ten bean­sprucht das Ori­gi­nal, da erhö­hen kna­ckige 3:28 die Chance, in die Rota­tio­nen des — aber­mals mit Ver­laub — Dudel­funks zu kom­men ungemein.

Neben dem „Radio Edit“ ist der „König des Leids“ noch in einer Demo– sowie als Instrumental-​​Version ent­hal­ten. Die Demo-​​Fassung haben König­werq in ihrem Mann­hei­mer Stu­dio ein­ge­spielt und bewei­sen damit, dass ihr Sound auch ohne groß­ar­tige Nach­bes­se­run­gen erst­klas­sig klingt. „Leich­ter sein“ ist die letzte Num­mer der Sin­gle, und die macht wahr­lich Lust aufs Album, das der­zeit in Vor­be­rei­tung ist: Gefäl­li­ger Pop­sound paart sich mit Text­pas­sa­gen, die fast schon die tief­sin­ni­gen Regio­nen der German-​​Indie-​​Rocker von Kett­car errei­chen. Wir schrei­ben den 14. Juni 2004. Ob die­ses Datum wohl ähn­li­che Berühmt­heit erlan­gen wird — wir dür­fen gespannt sein…