Was hat uns diese Pop-​​Formation um Genesis-​​Gitarrist Mike Ruth­er­ford doch in der Ver­gan­gen­heit für unver­gess­li­che Klas­si­ker gezim­mert: „The Living Years“, „Over My Shoul­der“ oder natür­lich „All I Need Is A Mira­cle“ — Mike And The Mecha­nics, der Inbe­griff des 80er-​​Jahre-​​Pop. Nach fünf­jäh­ri­ger Schaf­fens­pause und dem so uner­war­te­ten Tod von Co-​​Vokalist Paul Young keh­ren die Mecha­nics in ihre musi­ka­li­schen Werk­stät­ten zurück. Ein biss­chen Klamp­fen hier, ein wenig Synthesizer-​​Klänge da, noch ein paar Techno-​​Beats, dazu Paul Car­racks Organ und das ganze fest ver­schrau­ben — schon ist man „Rewired“ (EMI/​Vir­gin).

Mit trei­ben­den Beats geht’s los: „One Left Stan­ding“ heißt der Opener, wobei etwaige Asso­zia­tio­nen mit der dezi­mier­ten For­ma­tion durch­aus gewollt sind. Und selbst wenn in Folge moderne Ein­flüsse unüber­hör­bar schei­nen, wer­den auch Ver­fech­ter der guten alten Zeit ihre Mecha­nics beim ein oder ande­ren Song wie­der­er­ken­nen: „Per­fect Child“ ist so einer, der durch­aus auch auf den frü­hen Schei­ben plat­ziert sein könnte.

> So popsäuselt’s und elektropopt’s einige Tracks lang vor sich hin. Alles ganz nett anzu­hö­ren, aber wenig spek­ta­ku­lär — bis Track sie­ben den Hörer unver­hofft aus dem seli­gen 80er-​​Schlummer reißt: „Fal­ling“ ist eine echte Abgeh-​​Nummer! Zumin­dest, wenn man in den Rela­tio­nen von Mike & And The Mecha­nics denkt. Beim Refrain stürzt Car­rack — der übri­gens dies­mal auf dem Cover expli­zit genannt wird (Mike And The Mecha­nics And Paul Car­rack) — vor dem inne­ren Auge tat­säch­lich tie­fer und tie­fer, wäh­rend er in der Hörer­gunst höher und höher steigt. Tja, der­ar­tig para­dox kann wahr­schein­lich wirk­lich nur Musik sein.

Die Über­ra­schung schlecht­hin hat sich die Neun-​​Mann-​​Formation aller­dings für den Schluss auf­ge­ho­ben; wohl­wis­send, dass der letzte Ein­druck mit­un­ter am längs­ten haf­ten bleibt: Mit „Rewired“ hat er es bereits ange­deu­tet, bei der zwei­ten rei­nen Elek­tro­num­mer „Unders­core“ jedoch holt Neu­ein­stei­ger Will Bates end­gül­tig den Ham­mer aus der Tool­box und kit­zelt mit viel Sound­ge­fühl das Letzte aus sei­ner Maschine her­aus. Na bitte, es geht doch — und so wol­len wir’s auch hal­ten: Weni­ger Mainstream-​​Säuselpop und mehr Klänge Marke „Rewired“, liebe Mecha­nics, dann hören wir auch nächs­tes mal wie­der hin, wenn bei Mike und Paul fach­män­nisch gehäm­mert wird.