Seán Treacy Band - "Drop In The Ocean"Die „Duck Train Visi­ons“ haben ein Ende, denn Seán Tre­acy und Band haben seit heute ihr neues Album am Start. Das Hai­fisch­be­cken des Musik­busi­ness ist zuge­ge­ben groß und tum­meln tut sich darin so man­ches. Lang­sam zu wach­sen, ohne gefres­sen oder vom Stru­del der Schnell­le­big­keit erfasst zu wer­den, das ist vie­len Bands die­ser Tage nicht mehr gege­ben. Doch dass sie zu schwim­men ver­steht, hat die For­ma­tion um den iri­schen Front­mann vor allem live längst nach­hal­tig unter Beweis gestellt; just sind die Tre­acys gar aus tune­si­schen Tour­ge­fil­den zurück­ge­kehrt. Nun wol­len sie zei­gen, dass die Band weit mehr ist als ein „Drop In The Ocean“.

Doch im Unter­schied zu 2001 set­zen Seán Tre­acy (Gesang und Gitarre), Ste­fan Buch­holz (Drums), Michael Bär (Bass), Andreas Bock (Gitarre) und Happy Arnold (Key­board) nicht mehr län­ger auf nur auf erst­klas­sig nach­ge­spielte Songs Marke „Hotel Cali­for­nia“: Die sie­ben ent­hal­te­nen Tracks auf „Drop In The Ocean“ stam­men alle­samt aus eige­ner Feder und sind von Februar bis April in einem Karls­ru­her Ton­stu­dio ein­ge­spielt worden.

Eben­falls ent­hal­ten ist ein Kurz­film mit dem „Making Of“ des CD-​​Covers, das unter Was­ser ent­stan­den ist. Doch zum Wesent­li­chen: Es ist vor­nehm­lich ein Album der lei­sen Töne, wenn­gleich die Tre­acys mit dem Opener „Drop In The Ocean“ rich­tig gut los­ro­cken — um sodann jedoch mit dem Love­song „Always On My Mind“ gleich wie­der den Gang raus­zu­neh­men. Wei­ter geht’s mit einem „2004 Remix“ des bal­la­den­haf­ten „Volume Down“, das auch in einer Akustik-​​Fassung ent­hal­ten ist. Bei ers­te­rem steht San­die Wol­lasch Band­lea­der Tre­acy gesang­lich zur Seite. Ebenso sind „The Win­dow“ und „Search Till You’re Blue“ eher Stü­cke sanf­te­rer Machart.

Ohrwurm-​​Potential haben sie im Grunde genom­men alle sie­ben. Doch könnte es etwas Schö­ne­res geben, als bei den ein­set­zen­den som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren, die Wagen­fens­ter bis zum Anschlag her­un­ter­ge­dreht, mit „Back On The High­way“ die Außen­welt zu beschal­len? Wohl kaum. Na denn — adieu, ihr Entzugserscheinungen!