„Sie wäh­len, wir dre­hen“? Ob er denn nun wirk­lich die Zuschauer sei­ner „Bully-​​Parade“ dar­über hat ent­schei­den las­sen, wel­cher sei­ner Standup-​​Sketche zu Kino­länge gestreckt wird, sei dahin­ge­stellt. Das „(T)Raumschiff Sur­prise“ machte jeden­falls das Ren­nen und lange vor dem Start wurde mit „Licht­ge­schwin­ditsch­keit“ medi­en­über­grei­fend die PR-​​Trommel gerührt.

2054 hat die Mensch­heit den Mars besie­delt. 250 Jahre spä­ter keh­ren die Nach­kom­men der ers­ten Sied­ler zurück. Ihr Ziel ist es, die Erde zu erobern und deren Bewoh­ner zu ver­nich­ten. Und tat­säch­lich scheint die Lage aus­sichts­los: Denn die Inva­sion hat begonnen.

Köni­gin Meta­pha (Anja Kling) befiehlt den­noch, „nicht den Sand in den Kopf zu ste­cken“. Schließ­lich gibt es eine letzte Hoff­nung: Die Besat­zung des „(T)Raumschiff Sur­prise“ — als da wären Käpt’n Kork (Chris­tian Tramitz), Mr. Spuck (Michael Her­big) und Schrotty (Rick Kava­nian) — muss auf einer Zeit­reise die Besie­de­lung des Mars rück­gän­gig machen.

Die Crew mit einem nicht zu über­se­hen­den Fai­ble fürs männ­li­che Geschlecht hat aller­dings eine sehr viel drin­gen­dere Mis­sion: Sie steckt mit­ten in der Vor­be­rei­tung ihrer Tanz­num­mer für die „Miss Wai­kiki Wahl“ und nimmt des­halb nur sehr wider­wil­lig ein Taxi zur Erde, wel­ches von dem lecke­ren Han Solo-​​Verschnitt Rock (Til Schwei­ger) gelenkt wird.

Es läuft in Folge aber natür­lich nicht alles ganz plan­mä­ßig: Die Zeit­ma­schine beför­dert die „(T)Raumschiff“-Crew und ihren Chauf­feur samt Köni­gin unver­hoff­ter­weise ins fins­tere Mit­tel­al­ter. Doch der Impe­ra­tor und sein Zög­ling Jens Maul (Rick Kava­nian) haben den schwu­len Ret­tungs­trupp längst im Visier.

Bruch­lan­dung trotz erst­klas­si­ger Technik

Warum schei­tert das „(T)Raumschiff Sur­prise“ auf sei­ner Kino­mis­sion ach so kläg­lich? Offen­sicht­lich hat das Pro­du­zen­ten­team ver­kannt, dass die Aus­gangs­lage eine andere ist als noch vor drei Jah­ren. Vom „Schuh des Manitu“ hatte nie­mand son­der­lich viel erwar­tet. Schon gar nicht, dass sich neben dem ein oder ande­ren „Bully-Paraden“-Nimmersatt annä­hernd zwölf Mil­lio­nen Zuschauer in der Karl May-​​Persiflage ver­ir­ren wür­den. Erfolg­reichs­ter deut­scher Kino­film — das ist Ehre und Bürde zugleich.

Was hier trick­tech­nisch auf­ge­fah­ren wird, ist defi­ni­tiv „State Of The Art“ und muss sich trotz des ver­gleichs­weise gerin­gen Bud­gets von neun Mil­lio­nen Euro vor gro­ßen Hollywood-​​Produktionen in kei­nem Punkt ver­ste­cken. Dann nur noch hier ein biss­chen „Star Trek“ und „Star Wars“ ver­al­bern, da ein wenig „Zurück in die Zukunft“ durch den Kakao zie­hen — und fer­tig ist des Kino­hits zwei­ter Streich? Aber nicht doch.

Was fehlt denn, um der Ziel­vor­gabe „Komö­die“ gerecht zu wer­den? Ganz ein­fach: Die­ser Film hat alles — aber er hat kei­nen Witz. Dass Bully und seine Mit­strei­ter Tramitz und Kava­nian ihr Tucken­ge­tue über die Jahre per­fek­tio­niert haben, ist mitt­ler­weile hin­läng­lich bekannt. Aber gackern alleine, das reicht ein­fach nicht mehr. Da kann Kava­nian seine dritte Rolle (er ist außer­dem als Schiffs­arzt „Pulle“ zu sehen) als deut­scher Darth Vader noch so über­zeu­gend spie­len, ebenso wie Sky Du Mont. Ein­zig über Til Schwei­gers Leis­tung hüllt man wohl bes­ser den Man­tel des Namens.

Und wer dann auch noch den fata­len Feh­ler begeht sei­nen Zuschau­ern die ein­zi­gen drei Sze­nen mit Schenkelklopf-​​Charakter schon Monate im vor­aus appe­tit­lich als Trai­ler ver­packt wie­der– und wie­der­zu­käuen, darf sich nicht wun­dern, wenn anschlie­ßend im Saal die Lacher aus­blei­ben. Das „(T)Raumschiff Sur­prise“ kommt über Mops­ge­schwin­dig­keit nicht hinaus.