Neu­lich, irgendwo auf der Stel­len­seite der hie­si­gen Tages­zei­tung: „Sie sind Musi­ker oder wol­len es gerne wer­den? Sie haben keine Lust mehr auf exzen­tri­sche Band­mit­glie­der? Sie haben genug von fal­schen Schuld­zu­wei­sun­gen, weil wie­der mal ein Akkord dane­ben gegan­gen ist oder der Drum­mer bei vier Vier­teln nicht mehr zwi­schen Trom­mel und Trol­lin­ger zu unter­schei­den ver­mag? Schluss mit Strei­te­reien? Genug vom Grou­pie– und vom Gage­tei­len? Dann haben wir die Lösung: Wer­den Sie Liedermacher/​in!“

Viel­leicht hat der Ver­fas­ser die­ser Zei­len jüngst auch in Ham­burg inse­riert, denn wie aus dem Nichts tauchte dort vor gar nicht lan­ger Zeit eine junge Dame namens Janina in der Szene auf und die prescht die­ser Tage auf ganz lei­sen Sai­ten mit ihrem Debüt „Yeah Yeah“ (Ahuga/​Good­life Records/​Pängg) nach vorn.

Eine han­dels­üb­li­che klas­si­sche Gitarre und ihre Stimme — mehr braucht die 21-​​Jährige nicht. Ja, mini­ma­lis­ti­sche Instru­men­tie­rung ist fast schon Pflicht bei einem so mar­kan­ten Organ. Text­lich ori­gi­nell und musi­ka­lisch ein­gän­gig singt Janina sodenn „Aus dem Leben einer Freun­din“, pran­gert die Gros­stadt­a­n­ony­mi­tät mit „Fal­schen Fra­gen“ an oder pos­tu­liert den Grasau­to­ma­ten als letz­tes Ver­säum­nis der Über­fluss­ge­sell­schaft. Was soll man auch machen, falls „Nachts um halb drei“ plötz­lich das Dope aus­geht und der Dea­ler des Ver­trau­ens längst Fei­er­abend hat?

Und wenn’s über­haupt noch eines Güte­sie­gels bedurft hätte, dann die­sem: „Götz Wid­mann–geprüft“. Der Ex-​​Joint Ven­ture war von Janina der­art begeis­tert, dass er sie bis dato zwei­mal mit auf Tour nahm und ihr nun sogar die Pro­duk­tion des Debüt­al­bums spen­dierte. Doch Widmanns-​​wild will’s im Laufe der 14 Tracks (inklu­sive des sehr stim­mi­gen Björk-​​Covers „Uni­son“) irgend­wie nicht wer­den; ganz gleich ob deutsch oder eng­lisch, ob Stu­dio­auf­nahme oder Live-​​Session. Janina zieht es eben vor, sehr behut­sam mit ihrem Instru­ment umzu­ge­hen. Doch das tut sie mit einem Song für Song spür­ba­ren Tem­pe­ra­ment, das ein­fach fes­selt! Janina rockt. Yeah Yeah Yeah!