6. Dezember 2004

Megaherz — „5“

„Schwes­ter!“ „Skal­pell!“ „Tup­fer!“ „Danke!“ „Bitte!“ Nur noch gut ver­nä­hen und schon ist’s voll­bracht: Reani­ma­tion erfolg­reich, das Mega­herz schlägt wie­der. Und zwar mit Urge­walt! Mathias Els­holz heißt der implan­tierte Front­mann jener For­ma­tion, die seit Band­grün­dung Aller­or­ten ach so gerne mit den ver­meint­lich bösen Lin­de­man­nen ver­gli­chen wer­den. Doch beschwe­ren müs­sen sich Mega­herz dar­über auch beim aktu­el­len Longplayer „5“ (S.A.D. Music) nicht: Die­ser Tage bret­tern sie ein­mal mehr mit 13 fri­schen Tracks zwi­schen Indus­trial, Dark-​​Rock und Elec­tro­nica durch die Gehörgänge.

Und wenn das Spen­der­or­gan auch nicht ganz die mar­kante Note von Band­be­grün­der Alexx Wes­selsky auf­wei­sen mag, so zeigt der Neue mit Songs wie „Ja genau“ oder „Wann wirst du gehn?“, dass er sehr wohl über eine sonore Sing­stimme ver­fügt. Wer den­noch die Sie­ger– und Ver­lierer­schub­lade auf­ma­chen muss, bemüht „Gott sein ’04″, den es zu Alexx-​​Zeiten anno 1997 schon auf „Wer bist du“ zu hören gab.

Was bleibt sind ton­nen­schwere Gitar­ren­riffs, stamp­fende Drums, ein paar Synthesizer-​​Einspielungen und dazu stock­düs­tere Lyrics, ebenso düs­ter vor­ge­tra­gen. Das ist natür­lich alles schon mal da gewe­sen, nicht irgend­wie son­dern genau so und gerade des­halb ist diese Fest­stel­lung mitt­ler­weile mehr als müsig. Zumal Mega­herz mit „5“ ein ver­dammt gutes Industrial-​​Album am Start haben, das nicht zuletzt dank sei­ner dezent gestreu­ten, bei­nahe gefühl­vol­len, Downtempo-​​Balladen allen Vergleichs-​​Spielerein gelas­sen die Stirn zu bie­ten weiß.

Der Rest ward Rock. Ton­nen­schwer, stamp­fend, stock­düs­ter. Und wir schlie­ßen fortan auch den Sound von Mega­herz end­gül­tig in das unsere. Tot­ge­sagte leben eben doch ein klein wenig län­ger als so man­cher glau­ben mag.