„HipHop-​​Thriller, Tote auf den Tanz­flä­chen. Die Bässe so fett, dass alle Wände bre­chen.“ So schaut’s seit dem Firma-​​Debüt anno 1997. Rien ne va plus — nichts geht mehr? Mit­nich­ten! „Krieg und Fie­den“ (Laco­sa­mia/​BMG) heißt der aktu­elle Hammer-​​Longplayer aus Köllefornia.

Wie beim Erst­ling „Spiel des Lebens/​Spiel des Todes“ ver­öf­fent­licht man 2005 wie­der auf dem haus­ei­ge­nen Label La Cosa Mia. Und sonst? Alles wie gehabt im Grunde genom­men. Und das ist ganz platt gespro­chen viel­leicht das größte Kom­pli­ment, wel­ches man dem „Trio-​​mphirat“ die­ser Tage machen kann: In bes­ter Firma–Tra­di­tion rei­hen DJ und Pro­du­zent Fader Gla­dia­tor und die bei­den Emcees „Sound Bwoy Kil­lah“ Def Ben­ski und Tat­waffe aka Daniel Sluga, Ben Har­tung und Alex­an­der Tar­bo­ven mühe­los Gesell­schafts­kri­tik („Ehr­lich“) an Ver­schwö­rungs­theo­rie („Der Plan Teil 1″), Par­ty­track („So läuft das“) an Love­song („Die Eine 2005″).

Wo wir schon beim Stich­wort Kon­ti­nui­tät sind: Neun treue Jahre sind für Alex­an­der Tar­bo­ven alle­mal Grund genug, seine Holde mit einer dezent gere­mix­ten Neu­lauf­lage von „Die Eine“ zum zwo­ten in den sieb­ten Lie­bes­him­mel zu heben. Und das tut er zumin­dest im unver­än­dert geblie­be­nen Refrain mit einer der bes­ten, weil unkit­schigs­ten und tref­fends­ten Lie­bes­ly­rics, wel­che hier­zu­lande je getex­tet wur­den. Die Stro­phen schwä­cheln zwar im Ver­gleich zum Ori­gi­nal etwas, den­noch batt­let die­ser neu­er­dings klin­gel­ton­ver­ge­wal­tigte Ohr­wurm mit „Spiel des Lebens“, „Zeit­geist“, „Das macht uns krank“ und allen voran „Die Firma II“ um den Titel „Track des Albums“.

Köl­le­for­nia ist damit end­gül­tig Firma — und der abseits der Szene ebenso viel zu wenig beach­te­ten Micro­phone Mafia — sei dank eine, wenn nicht gar die heim­li­che HipHop-​​Hochburg der Repu­blik. Denn auch fernab schma­len Herz­schmerz­gra­des fin­det man hier genau die rich­ti­gen Worte; respek­tive trifft just den rich­ti­gen Ton. Und wäh­rend in Good Old Aggro Ber­lin — die neben­bei bemerkt mit „Gelieb­ter Feind“ und Unter­stüt­zung von Moses Pel­ham galant ihr Fett weg­be­kom­men — ebenso unbe­darft wie erfolg­reich mit dem Schlauch­boot über die rauen Rap­ge­wäs­ser geschip­pert wird, hat der Firma-​​Kahn neben einem melo­disch boun­cen­den Beat-​​Antrieb wie gewohnt ordent­lich Tief­gang zu bieten.

So viel, dass selbst die Reimer-​​Riege um Haus­num­mern wie Curse, Samy Deluxe, Creutz­feldt Jakob, Afrob oder Kool Savas — die sich nicht so ohne Wei­te­res von der Köl­ner Bug­welle ver­drän­gen las­sen — ran­hal­ten müs­sen, um nicht das weiße Schluss­licht aus den Augen zu ver­lie­ren. „Der Firma-​​Sound bleibt top, der Rest nur Lücken­fül­ler!“ Okay Leude, die Eine oder keine! So schaut’s.