19. April 2005
Simon Pierro, Zauber-Vize-Weltmeister
Waldbronn — Vom Tellerwäscher zum Millionär, das gibt’s normalerweise nur im Märchen. Oder es muss eine gehörige Portion Magie im Spiel sein — wie im Falle von Simon Pierro. Und darin ist er Experte, erwiesenermaßen: Deutscher Meister der Zauberkunst, Magier des Jahres, Gewinner der „Goldenen Ringe“ von Lausanne, Vize-Weltmeister der allgemeinen Magie und Gewinner des „Siegfried & Roy-Award“. „The American Dream — Vom Tellerwäscher zum Millionär“ heißt Pierros Zaubershow, mit welcher der heute 26-jährige Waldbronner die Jury in Übersee im vergangenen Jahr nachhaltig zu beeindrucken wusste.
Seinen Anfang nahm alles bei einem US-Urlaub im Jahre 1994: 20 Dollar investiert Simon Pierro seinerzeit in Hütchen gänzlich ohne doppelten Boden. Er verliert zwar sein sauer Erspartes, doch entpuppt sich diese vermeintlich tragische Begebenheit als Initialzündung für die Karriere: Von seiner Schwester bekommt er zum Trost ein Zauberbuch mit der Erklärung des Hütchenspiels und einigen Kartentricks geschenkt — und der damals 16-Jährige ist fasziniert vom Spiel mit der Illusion; wird im Karlsruher „Magischen Zirkel“ aufgenommen und lernt dort den Zauberkünstler Enzo Paolo kennen, der ihm erste Auftritte verschafft.
Im Jahr 2000 ist Pierro reif für den „Magischen Zirkel“ von Deutschland, wo Eberhard Riese, Vorsitzender des renommierten Stuttgarter Ortszirkels und Regisseur zahlreicher erfolgreicher Zauberdarbietungen, auf das Talent aufmerksam wird. Gemeinsam mit ihm entwickelt Pierro sein famoses „Tellerwäscher“-Programm. Jüngst hat der Waldbronner sein Wirtschaftsingenieurs-Studium an der Uni Karlsruhe beendet und gehört damit zu dem ganz raren Schlag Mensch, der aller Abschlüsse zum Trotz als Tellerwäscher die besten Chancen haben dürfte, es vielleicht wirklich irgendwann einmal zum Millionär zu bringen.
Beschreiben Sie sich mit drei Worten.
Flink, fröhlich, fingerfertig.
Was ist Ihre größte Stärke?
Optimismus.
Was ist Ihre größte Schwäche?
Namensgedächtnis (zumindest die Auffälligste).
Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Als Kind: Tennisstar. Zauberer? Nein, da ich erst mit 17 begonnen habe, nachdem mich ein Straßenspieler in Manhattan um 20 Dollar geprellt hatte.
Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Das Ende dieses Fragebogens… Ansonsten lasse ich mich überraschen von dem was kommt.
Was nervt Ihren Partner am meisten an Ihnen?
Dass häufig vieles auf den letzten Drücker geschieht.
Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Kartenspiel: Tricks, Spiel, Spaß – gleich drei Dinge auf einmal!
Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Gegenfrage: Wer hat sich diese Fragen eigentlich ausgedacht?
Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Eberhard Riese (Regisseur für Theater und Zauberkunst): Blick fürs Wesentliche, geht keine einfachen Wege, glaubt an diejenigen, die er unterstützt.
Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Interpret: Robbie Williams. Wandelbar, einer der letzten großen Entertainer der heutigen populären Musik. Titel: „Wind Of Change“ von den Scorpions – Soundtrack zum Mauerfall, was ein Timing! Film: „Leaving Las Vegas“.
Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
„Stupid White Men“ von Michael Moore und „Fundamente“ von Eberhard Riese.
Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Tigerente, dann hätte ich gleich eine eigene TV-Show.
Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts — wer wäre das?
Mit meiner Oma – ein Tag im Leben einer 90-Jährigen.
Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Die geografische Lage, den Schlossgarten und die netten Menschen, die ich während meines Studiums kennen gelernt habe.
Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister wären?
Zauberei als Schulfach einführen.
Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Friedrich Weinbrenner und Karl Lagerfeld, dem nichts in die Wiege gelegt wurde.
Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Pro: Geselligkeit mit Freunden in deutschen Biergärten. Contra: zu wenige Sonnentage im Jahr.
Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Mein Großcousin Maurice – gib allen ein Fahrrad mit Stützrädern und die Welt ist friedlich.
Wie und wo möchten Sie sterben?
„I hope I’m old, before I die, I hope I’ll live to see the day the pope gets high“ (Zitat Robbie Williams). Bei der Örtlichkeit bin ich flexibel…
Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Je nachdem wo zu diesem Zeitpunkt Zauberei gefragt ist.
