Wald­bronn — Vom Tel­ler­wä­scher zum Mil­lio­när, das gibt’s nor­ma­ler­weise nur im Mär­chen. Oder es muss eine gehö­rige Por­tion Magie im Spiel sein — wie im Falle von Simon Pierro. Und darin ist er Experte, erwie­se­ner­ma­ßen: Deut­scher Meis­ter der Zau­ber­kunst, Magier des Jah­res, Gewin­ner der „Gol­de­nen Ringe“ von Lau­sanne, Vize-​​Weltmeister der all­ge­mei­nen Magie und Gewin­ner des „Sieg­fried & Roy-​​Award“. „The Ame­ri­can Dream — Vom Tel­ler­wä­scher zum Mil­lio­när“ heißt Pier­ros Zau­ber­show, mit wel­cher der heute 26-​​jährige Wald­bron­ner die Jury in Über­see im ver­gan­ge­nen Jahr nach­hal­tig zu beein­dru­cken wusste.

Sei­nen Anfang nahm alles bei einem US-​​Urlaub im Jahre 1994: 20 Dol­lar inves­tiert Simon Pierro sei­ner­zeit in Hüt­chen gänz­lich ohne dop­pel­ten Boden. Er ver­liert zwar sein sauer Erspar­tes, doch ent­puppt sich diese ver­meint­lich tra­gi­sche Bege­ben­heit als Initi­al­zün­dung für die Kar­riere: Von sei­ner Schwes­ter bekommt er zum Trost ein Zau­ber­buch mit der Erklä­rung des Hüt­chen­spiels und eini­gen Kar­ten­tricks geschenkt — und der damals 16-​​Jährige ist fas­zi­niert vom Spiel mit der Illu­sion; wird im Karls­ru­her „Magi­schen Zir­kel“ auf­ge­nom­men und lernt dort den Zau­ber­künst­ler Enzo Paolo ken­nen, der ihm erste Auf­tritte verschafft.

Im Jahr 2000 ist Pierro reif für den „Magi­schen Zir­kel“ von Deutsch­land, wo Eber­hard Riese, Vor­sit­zen­der des renom­mier­ten Stutt­gar­ter Orts­zir­kels und Regis­seur zahl­rei­cher erfolg­rei­cher Zau­berdar­bie­tun­gen, auf das Talent auf­merk­sam wird. Gemein­sam mit ihm ent­wi­ckelt Pierro sein famo­ses „Tellerwäscher“-Programm. Jüngst hat der Wald­bron­ner sein Wirtschaftsingenieurs-​​Studium an der Uni Karls­ruhe been­det und gehört damit zu dem ganz raren Schlag Mensch, der aller Abschlüsse zum Trotz als Tel­ler­wä­scher die bes­ten Chan­cen haben dürfte, es viel­leicht wirk­lich irgend­wann ein­mal zum Mil­lio­när zu bringen.

Beschrei­ben Sie sich mit drei Wor­ten.
Flink, fröh­lich, fingerfertig.

Was ist Ihre größte Stärke?
Optimismus.

Was ist Ihre größte Schwä­che?
Namens­ge­dächt­nis (zumin­dest die Auffälligste).

Was war als Kind oder Jugend­li­cher Ihr Traum­be­ruf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu wer­den, was Sie heute sind?
Als Kind: Ten­nis­star. Zau­be­rer? Nein, da ich erst mit 17 begon­nen habe, nach­dem mich ein Stra­ßen­spie­ler in Man­hat­tan um 20 Dol­lar geprellt hatte.

Was wür­den Sie im Leben gerne noch errei­chen?
Das Ende die­ses Fra­ge­bo­gens… Ansons­ten lasse ich mich über­ra­schen von dem was kommt.

Was nervt Ihren Part­ner am meis­ten an Ihnen?
Dass häu­fig vie­les auf den letz­ten Drü­cker geschieht.

Auf wel­chen Gegen­stand möch­ten Sie im Leben nicht ver­zich­ten?
Kar­ten­spiel: Tricks, Spiel, Spaß – gleich drei Dinge auf einmal!

Wen wür­den Sie gerne auf den Mond schie­ßen?
Gegen­frage: Wer hat sich diese Fra­gen eigent­lich ausgedacht?

Wel­cher Mensch beein­druckt Sie?
Eber­hard Riese (Regis­seur für Thea­ter und Zau­ber­kunst): Blick fürs Wesent­li­che, geht keine ein­fa­chen Wege, glaubt an die­je­ni­gen, die er unterstützt.

Wel­che Musik (Inter­pret und Titel) und wel­cher Film haben Sie am meis­ten beein­druckt?
Inter­pret: Rob­bie Wil­liams. Wan­del­bar, einer der letz­ten gro­ßen Enter­tai­ner der heu­ti­gen popu­lä­ren Musik. Titel: „Wind Of Change“ von den Scor­pi­ons – Sound­track zum Mau­er­fall, was ein Timing! Film: „Lea­ving Las Vegas“.

Wel­ches Buch haben Sie als letz­tes gele­sen?
„Stu­pid White Men“ von Michael Moore und „Fun­da­mente“ von Eber­hard Riese.

Sie wer­den als Tier gebo­ren. Als wel­ches?
Als Tiger­ente, dann hätte ich gleich eine eigene TV-​​Show.

Sie tau­schen einen Tag mit einer Per­son des ande­ren Geschlechts — wer wäre das?
Mit mei­ner Oma – ein Tag im Leben einer 90-​​Jährigen.

Was fin­den Sie an Karls­ruhe reiz­voll?
Die geo­gra­fi­sche Lage, den Schloss­gar­ten und die net­ten Men­schen, die ich wäh­rend mei­nes Stu­di­ums ken­nen gelernt habe.

Was wür­den Sie an Karls­ruhe ändern, wenn Sie Ober­bür­ger­meis­ter wären?
Zau­be­rei als Schul­fach einführen.

Wel­ches sind die mar­kan­tes­ten Karls­ru­her /​ deut­schen Köpfe?
Fried­rich Wein­bren­ner und Karl Lager­feld, dem nichts in die Wiege gelegt wurde.

Sie leben in einem ande­ren Land. Wel­cher Grund könnte Sie dazu bewe­gen bezie­hungs­weise davon abhal­ten, nach Deutsch­land ein­zu­wan­dern?
Pro: Gesel­lig­keit mit Freun­den in deut­schen Bier­gär­ten. Con­tra: zu wenige Son­nen­tage im Jahr.

Es geht um das Glück der Repu­blik. Wel­che Per­son, Grup­pie­rung oder Idee sollte mehr Ein­fluss gewin­nen?
Mein Groß­cou­sin Mau­rice – gib allen ein Fahr­rad mit Stütz­rä­dern und die Welt ist friedlich.

Wie und wo möch­ten Sie ster­ben?
„I hope I’m old, before I die, I hope I’ll live to see the day the pope gets high“ (Zitat Rob­bie Wil­liams). Bei der Ört­lich­keit bin ich flexibel…

Kom­men Sie in den Him­mel oder in die Hölle?
Je nach­dem wo zu die­sem Zeit­punkt Zau­be­rei gefragt ist.