29. Mai 2005

Dönosophien

Karls­ruhe — Der Tod kommt bei die­sen bei­den wirk­lich rich­tig krass. Wo sonst ser­viert man selbst nekro­phile Züngel-​​Szenen so unter­halt­sam wie bei Erkan Maria Moos­leit­ners und Ste­fan Lusts drit­tem Kino­streich? Nach so lan­ger Zeit im Geschäft sche­ren sie sich nicht mehr son­der­lich um Kri­ti­ker. Ohne­hin leben die Döno­so­phen ihre Rol­len rund um die Uhr — oder sind’s am Ende viel­leicht gar keine? Ob es noch Per­sön­lich­keit hin­ter Hand­tuch und Sil­ber­kett­chen gibt, bleibt auch nach ihrem Besuch im Film­pa­last am ZKM Spe­ku­la­tion. Ansons­ten gaben die bei­den Ober­che­cker aus dem Münch­ner Hood Patrick Wurs­ter bereit­wil­lig Aus­kunft über die Zusam­men­ar­beit mit dem Karls­ru­her Rap­per Tro­oper da Don, ihren Privat-​​Battle gegen Darth Vader und den aktu­el­len Stand der Dönertierausbreitung.

???: Bei eurem drit­ten Kino­aben­teuer „Der Tod kommt krass“ sind nicht mehr Phil­ipp Wein­ges und Gün­ter Knarr fürs Dreh­buch zustän­dig gewe­sen. Was hat euch dazu bewo­gen, selbst aktiv zu wer­den?
Erkan: Bei den ande­ren bei­den Fil­men haben wir auch mit­ge­schrie­ben! Beim ers­ten waren wir zwar nur Bera­ter, beim zwei­ten immer­hin Co-​​Autoren. Aber der Punkt ist der: Wir hat­ten schon immer ‚ne Geschichte im Sack und die woll­ten wir ein­fach mal sel­ber erzäh­len, ohne dass uns da einer rein­la­bert. Des­we­gen haben wir’s auch gleich sel­ber pro­du­ziert.
Ste­fan: Andere Schrei­ber wol­len das immer so voll kom­mer­zi­ell machen, alles glatt bügeln. Und wir woll­ten dies­mal ein­fach, dass die ganze Krass­heit erhal­ten bleibt.

???: „Das Traum­schiff“, „Immer Ärger mit Ber­nie“ und „Hasch mich, ich bin der Mör­der“ — hat­tet ihr wirk­lich vor, diese Ori­gi­nale zu per­si­flie­ren oder ist das alles im Nach­hin­ein ange­rühr­ter Pro­mo­quark?
Ste­fan: Naja, schon ein biss­chen. Aber es musste auf jeden Fall was mit ‚ner Lei­che sein, weil das macht immer krass Spaß!
Erkan: Ein Kum­pel hat da mal ‚nen Film raus­ge­zau­bert von dem Luis de Funes und das war eben „Hasch mich, ich bin der Mör­der“. Da haben wir uns so weg­ge­schmis­sen und gesagt: ‚Wir müs­sen auch so einen Film machen!‘ Wir woll­ten halt nur kein Set­ting im Haus haben. Da haben wir uns gefragt: Wo kann man wirk­lich nicht mehr weg im Han­dy­zeit­al­ter?
Ste­fan: Und dann war klar: Auf dem Schiff ist das Aller­beste. Weil da bist du voll gefan­gen und hast nicht mal Han­dy­emp­fang. Das ist wie ein rol­len­der Bun­ker. Das Schiff hat TS Alba­tros gehei­ßen und wir ham’s dann die TS Alca­traz getauft…

???: Der Film wurde wäh­rend einer ech­ten Kreuz­fahrt ins Polar­meer gedreht. Da gab’s doch fast aus­schließ­lich ältere Herr­schaf­ten. Waren euch das nicht zu wenige Bun­nys?
Ste­fan: Klar, aber wir haben ein­fach sel­ber viele hüb­sche Bun­nys mit­ge­bracht. Bei Maske und Kos­tüm haben wir echt auch nach Äuße­rem gecas­tet. Kein Scheiß. Das war die Maß­gabe für den Pro­duk­ti­ons­lei­ter, dass er uns vor­her die Fotos zei­gen musste.

???: Sogar den Titeltrack habt ihr in die eige­nen Hände genom­men. Wie viel Über­zeu­gungs­ar­beit war denn nötig, um Cap­tain Sen­si­ble samt Lokal­ma­ta­dor Tro­oper da Don und DJ Tomekk ins Boot zu holen?
Ste­fan: Cap­tain Sen­si­ble ist natür­lich ein Welt­star und voll stolz auf sei­nen Song. Der ist ja in Deutsch­land und in Frank­reich mas­siv erfolg­reich gewe­sen. Und der Cap­tain wollt sich das natür­lich anhö­ren, was wir da gemacht haben und auch den Film schau’n. Dann hat er sich das alles rein­ge­zo­gen und hat gemeint: ‚Voll cool! Jungs — da bin ich dabei!‘

???: Und wie kamt ihr auf Tro­oper und Tomekk?
Erkan: Das läuft ja irgend­wie alles par­al­lel. Du checkst erst ma ab: Wer kann einen Remix machen? Dann brau­chen wir noch einen gei­len Rap­per. Und schon war Tro­oper da Don dabei — ein echt gei­ler Karls­ru­her Che­cker!
Ste­fan: Dann sind wir alle der Reihe nach zum Tomekk ins Stu­dio und haben auf­ge­nom­men. Und jetzt simma gemein­sam auf Tour. Super­geil!
Erkan: Spielt ihr den auch mal bei euch im Radio?
Ste­fan: Mann, des is doch online!
Erkan: Dann druckt den ma bei euch! Der Song heißt übri­gens „Wot“.

???: Darth Vader vs. Döner­tier — mit dem Bun­des­start am 19. Mai seid ihr mit eurem Traum­schiff gegen Geor­ges Lucas‘ „Star Wars“-Flotte ange­tre­ten. Kein zu unter­schät­zen­der Geg­ner…
Erkan: Kein ande­rer deut­scher Film hat sich dage­gen getraut. „Star Wars“ is scho‘ cool, aber wir machen halt ‚nen Party-​​Film. Wenn du Bock auf Party hast, kommst zu uns. Biss­chen link von „Star Wars“ is, dass die alle fet­ten Säle blo­cken, obwohl die nur halb voll sind. Aber ich mein unser Film setzt sich durch, weil die Leute sich das wei­ter­er­zäh­len. Die gehen rein und sagen: ‚Gei­ler Party-​​Film! End­lich kannst du mal wie­der lachen.‚
Ste­fan: Wir suchen uns auch keine Klei­ne­ren als Geg­ner raus, weißt du. Schwä­chere schla­gen is feig‘!
Erkan: Und wenn du rich­tig cool bist, gehst an einem Wochen­ende gleich in beide Filme rein. Kannst du auch gleich zwei Bun­nys klarmachen…

???: Apro­pos Häs­chen: Erst Alex­an­dra Nel­del, dann Bet­tina Zim­mer­mann, jetzt Arzu Baz­man — wo kriegt ihr eigent­lich immer eure schnie­ken Mädels her?
Ste­fan: Machen wir geschickt, gell?

Erkan: Hey, da wären wir ja blöd, wenn wir das jetzt ver­ra­ten wür­den. Aber na gut, wir sind oft bei Film­prei­sen und sol­chen Sachen und dann schaut man sich halt mal die ein oder andere genauer an.
Ste­fan: Und dann is es voll cool, wenn man zu denen sagt: ‚Hey, du! Du wärst voll des Bunny für unse­ren nächs­ten Film!‘ Die den­ken dann erst, des is ‚ne blöde Anma­che. Aber wir machen keine lee­ren Ver­spre­chun­gen, des kön­nen die alle drei bezeugen.

???: Noch zwei Lebens­weis­hei­ten aus kom­pe­ten­tem Abchecker-​​Munde: Der beste Anmach­spruch?
Erkan: Hallo Bunny! Ich bin der Erkan. Und du hast drei Sekun­den Zeit, dich in mich zu ver­lie­ben.
Ste­fan: Alter, der is bron­tal gut!
Erkan: Und dem Ste­fan hab ich auch ‚nen Trick ver­ra­ten…
Ste­fan: Genau! Liebe geht ja bekannt­lich durch den Magen und des­halb sag ich: ‚Hey Baby, hast du Bock mit mich mal’n Eis essen zu gehen?‚
Erkan: Des is auch gut, weil des is unver­fäng­lich.
Ste­fan: Und dann sagst du: ‚Oh, schau, du hast da ein bis­sel Eis aufs Dekol­le­tee getropft, ich mach dir des mal weg…‘ Und dann hast du schon den Kon­takt und dann geht alles. Dann bist du zuvor­kom­mend und so. Und des zeigt, dass du halt auch sau­ber­ma­chen kannst, verstehst?

???: …alles klar. Und Deutsch­lands bes­ten Döner gibt’s wo und was braucht er?
Erkan: Den gibt’s auf jeden Fall bei uns: bei Döner­tier!
Ste­fan: Und der muss knurp­si­ges, ange­grill­tes Fla­den­brot haben, des is sehr wich­tig. Und gute Soßen — und Qua-​​li-​​tät!
Erkan: Natür­lich haben nur wir Fleisch vom Döner­tier.
Ste­fan: Und wenn bei dir kein Döner­tier is, musst schau’n, dass der Döner­mann des Fleisch frisch gesteckt hat und dass es kein Press– oder Hack­fleisch is.

???: Und woher bekommt ihr diese sagen­um­wo­be­nen Döner­tiere — züch­tet ihr selbst?
Erkan: Wo die her­kom­men is natür­lich ein kras­ses Geheim­nis. Aber ich kann dir sagen, wo’s die gibt: Unsere Döner­tier­mo­bile steh’n jetzt schon in ganz Süd­deutsch­land bis Würz­burg — und bald auch in Karls­ruhe. Checkst du am bes­ten aus im Netz, da siehst du immer den neu­es­ten Stand der Dönertierausbreitung.