19. Mai 2005
Erkan und Stefan in: Der Tod kommt krass
Trainingsanzug, Schnauzer, Silberkettchen und Wollmütze respektive Baseballcap und Handtuch, ein Bunny und ein Dönertier — für des Obercheckers Seelenfrieden braucht’s nicht viel. Außer vielleicht noch einen Besuch in „Die der dicke Hund-Show“. Und Erkan (Erkan Maria Moosleitner) hat es samt Sidekick Stefan (Stefan Lust) tatsächlich in jene Sendung geschafft, bei der sich die Kandidaten von Moderatorfatzke Hardy Flanders (Ludger Pistor) erniedrigen lassen müssen, um am Ende einen Preis abzuräumen. Als sie dann die Qual der Wahl zwischen 100.000 Euro und dem Überraschungspreis haben, trifft Stefan eine für Erkan unfassbare Entscheidung: Er schlägt das Geld aus und so findet sich unser Duo an Bord eines Luxusliners voller Rentner auf dem Polarmeer wieder.
Totenstarre im Unterleib und nekrophile Züngel-Szenen
Gerade als die beiden allen Widrigkeiten zum Trotz Sonne tanken, Party machen und Bunnies abchecken wollen, kommt ihnen Gevatter Tod krass in quere: Mord an Bord! Denn Stefans großes Idol Hardy Flanders hat zum letzten Mal Dampf abgelassen und sitzt — die Hosen lässig um die Fußfesseln lümmelnd — tot auf dem Lokus. Doch wer war’s?
Stefan verdächtigt Erkan, Sicherheitschef Haakan (Michael Schiller) alle beide und auch der einstige Gameshow-König Alex (Thorsten Feller) und die geschasste Produzentin Kathrin Schwartau (Andrea Sawatzki) hätten ein Motiv. Doch so sehr sich Erkan und Stefan auch mühen, sie werden die vermaledeite Leiche einfach nicht mehr los. Also wird die Not zur Tugend gemacht: Ein Fernsehstar mit Dauergrinsen und Totenstarre im Unterleib eignet sich nämlich vorzüglich, um TV-geile Bunnies klar zu machen…
Darth-Vader versus Dönertier — wahnwitzig oder genial?
Das ist doch ein dicker Hund! Als einzige deutsche Produktion wagen es Erkan und Stefan mit ihrem „Traumschiff“ gegen Georges Lucas „Star Wars“-Flotte anzutreten. Darth-Vader versus Dönertier — wahnwitzig oder genial? Keiner traute sich, und schon gar kein Blockbuster in Sichtweite. Diese Taktik wird aufgehen. Zumal der Tod so richtig krass kommt. Wo sonst serviert man selbst nekrophile Züngel-Szenen so unterhaltsam wie bei Erkan Maria Moosleitners und Stefan Lusts drittem Kinostreich?
Nach so langer Zeit im Geschäft scheren sich Erkan und Stefan nicht mehr sonderlich um Kritiker; spielen lieber mit dem Karlsruher Rapper Trooper da Don und DJ Tomekk samt Captain Sensible dessen Hit „Wot (I Say Captain)“ neu ein, versenken das gesamte „Traumschiff“ im angerührten Proleten-Kakao und bedienen sich ebenso fröhlich wie schamlos an Krimi-Klamauk-Klassikern wie „Immer Ärger mit Bernie“ und „Hasch mich, ich bin der Mörder“. Ganz großes — pardon — krasses Comedy-Kino!
