„Sie haben sich ver­lo­ren in den Irrun­gen und Wir­run­gen des All­tags. Wei­ter­hin wis­sen Sie wie ‚Liebe‘ buch­sta­biert wird und den­ken, dass das noch nicht das Ende sein kann. Doch ihnen fehlt die Fähig­keit, das, was im Kopf ist, auf der Zunge zer­flie­ßen zu las­sen. Geht vie­len so. Las­sen Sie Madsen für sich sprechen.“

Soweit der (Über)lebens-Tipp von Thees Uhl­mann. Der Tomte–Front­mann fin­det mehr als nur Gefal­len an dem Quin­tett aus jenem Land­strich, in den andere nur zum Demons­trie­ren fah­ren: dem Wend­land. Und man kann es ihm nicht ganz ver­den­ken. Denn „Diese Kin­der“ machen rich­tig gut Punk-„Panik“ — sind sie des­we­gen aber gleich „Die Per­fek­tion“? Klar, Madsen kle­ckern mit ihrem ener­gi­schen Debüt (Ver­tigo/​Uni­ver­sal) gekonnt in die musi­ka­li­sche Härte-​​Kluft zwi­schen Toco­tro­nic, Tomte und den Sport­freun­den. Aus­fül­len kön­nen sie diese lei­der (noch) nicht.

Nord­deut­scher Rock mit leich­ter Punk­breit­seite, klas­sisch instru­men­tiert mit Orgel­bei­gabe; feil­ge­bo­ten im ste­ten Kon­trast von ruhig-​​melodiösen Intros und rotzig-​​knalligen Refrains („Unsicht­bar“, „Mein The­ra­peut und ich“). Sel­ten groß­ar­tig mehr als drei Akkorde und aufs Mini­male redu­zierte Drum­ming kom­bi­nie­ren die Gebrü­der Sebas­tian (Gesang und Gebrüll), Sascha (Schlag­zeug) und Johan­nes (Gitarre) Madsen mit ihren unkon­kre­ten Tex­ten, die aber hier und da sehr wohl ganz kon­krete Dinge auf den Punkt brin­gen kön­nen. Doch das Gros der 37:40 Minu­ten Lied­gut balan­ciert auf dem schma­len Grad zwi­schen lapi­da­ren Dr. Sommer-​​Nöten und lyri­schen Herzschmerz-​​Hämmern.

Dabei ver­wäs­sert lei­der manch Text in der trü­ben, wei­ten See der Null-​​Aussagen. Doch soll sich ja auch so man­cher, der die „Bravo“ noch aus den 1,80 Mark-​​Zeiten kennt, im Post-​​Pickel-​​Alter mit puber­tä­ren Pro­ble­men und Pro­blem­chen her­um­schla­gen müs­sen — und da pas­sen die treffend-​​trist geschmet­ter­ten Zei­len von „Viel­leicht“ oder „Immer mehr“ dann ein­fach doch „Immer wie­der“ wie die Faust aufs Auge! „Der Weg zurück ist viel beque­mer als der Weg nach vorn“, das wis­sen die Madsens schon mal. Noch wird gekle­ckert, doch diese Truppe hat das Zeug zum Klotzen.