Es ist ein ernüch­tern­der Schwenk in deutsch-​​polnische Grenz­ge­filde, ins trost­lose Hin­ter­land Use­doms. Dort wo Häu­ser ver­fal­len und mit ihnen die Fami­li­en­ver­hält­nisse, lebt der 17-​​jährige Halb­waise Malte (Jacob Mat­schenz) samt alko­hol­kran­kem Vater (Peter Kurth). Was neben stin­ki­gem Job bei „Fisch Paule“, geschmug­gel­ten Ziga­ret­ten und zer­mür­ben­der Öde bleibt, ist ein Traum: Füh­rer­schein und mit dem oran­ge­far­be­nen C-​​Kadett der Zukunft entgegen!

Seine Schwes­ter (Vic­to­ria Mayer) hat schon vor lan­ger Zeit die Flucht gen Wes­ten ange­tre­ten, nach Jah­ren der Absti­nenz steht sie mit einem Mal nebst Sohn (Ben­ja­min Meyer) wie­der vor der Tür. Doch die außer­fa­mi­liäre Damen­welt in Per­son der urlau­ben­den Annika (Alice Dwyer) hat längst Bewe­gung in Mal­tes vor­her­seh­ba­ren All­tag gebracht.

Bei der Meta­pher von den Tief­see­fi­schen ando­ckend, die in ewi­ger Fins­ter­nis im Laufe der Evo­lu­tion kör­per­ei­gene Licht­quel­len her­aus­bil­de­ten, geht Autor und Regie­de­bü­tant Till Ende­mann in einem klu­gen Coming-​​Of-​​Age-​​Drama den Bür­den des Erwach­sen­wer­dens in „schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen“ auf den Grund.

Geschichte und Cha­rak­tere sei­nes „Das Lächeln der Tief­see­fi­sche“ (Epix Video) ent­fal­ten sich behut­sam und unauf­ge­regt. Ende­mann umspült die Ver­zweif­lung des Hel­den mit einer kon­ter­ka­rie­ren­den, wohlig-​​sommerlichen Atmo­sphäre, deren Wärme spür­bar unter die Haut geht; und gönnt ihm wie uns kleine Momente des Glücks.