22. Juli 2005
Hitch — Der Date Doktor
Man sollte ja meinen, Mann weiß zumindest, wie er die Dame seines Herzens nicht zu becircen braucht. Doch es gibt sie noch und zwar zuhauf: Jene Fraktion tollpatschig agierender Herrlichkeit, der es ohne seine Hilfe wohl nimmermehr vergönnt sein wird, sich zu paaren. Dabei braucht es nach der Philosophie von Alex „Hitch“ Hitchens (Will Smith) nurmehr drei Verabredungen, um die Traumfrau wissen zu lassen, dass Mann der absolut Richtige ist.
Als der „Date Doktor“ im besonders schweren Fall des sanftmütigen Buchhalters Albert Brennaman (Kevin James) dabei hilft, ein glamouröses Society-Girl namens Allegra (Amber Valletta) zu entflammen, mutiert der emsige Liebeshelfer unversehens selbst zum sabbernden Stelzbock. Er lernt er die hinreißende Klatsch-Reporterin Sara (Eva Mendes) kennen, die Allegra auf Schritt und Tritt verfolgt. Und Hitch verliebt sich Hals über Kopf ausgerechnet in die Frau, der zwar kein Mann, dafür aber die Story schlechthin fehlt. Was käme da gelegener als eine sensationelle Enthüllungsgeschichte über Manhattans berühmteste Kuppel-Mutter? Und die gibt’s fortan auch auf DVD (Sony Pictures Home Entertainment).
Es war dieses Bully-Syndrom, an dem schon das selten überraschungsarme „(T)Raumschiff“ zerschellt ist: Man nehme einen mäßigen bis schlechten Streifen und packe die einzigen drei, vier gelungenen Szenen in einen schnieken Kino-Trailer, das Publikum strömt als gäbe es kein morgen — und langweilt sich hernach über weite Strecken zu Tode. Michael Herbig sollte es im Grunde besser wissen, doch für Will Smith war es der erste große Blockbuster-Klaumauk seiner Karriere.
Und es bleibt zumindest vorerst beim kläglich gescheiterten Versuch, da rettet auch das „übereifrige Stück“ Kevin James nichts; zu viel Flickwerk und schlicht zu wenig herzhaft komische Momente für 120 Minuten Film der Gattung Komödie. Nurmehr drei Verabredungen braucht es, um die Traumfrau wissen zu lassen, dass man der absolut Richtige ist. Im Falle von Alex Hitchens ist nach einem einzigen Date das letzte Wort längst gesprochen.
