Mäkkelä's Trash Lounge - "The Penguin"Schade um den lie­bens­wer­ten Gesel­len. Denn auch der Pin­guin kann Vogel­grippe bekom­men. Aber wenn schon gestor­ben wird, dann im Frack. Und mit Herrn Mäk­kelä und sei­nem lakonisch-​​melancholischen und aufs Wesent­li­che redu­zier­ten Popsound.

Vor zwei Jah­ren hat er uns das zum ers­ten Mal das triste Drau­ßen in die hei­me­li­gen Stu­ben gebracht und mit der aktu­el­len EP namens „The Pen­guin“ (9pm Records/​Bro­ken Silence) ändert sich daran nur wenig. Sechs Songs zwi­schen Lofi-​​Attitüde und Pop-​​Hymne sind dar­auf ent­hal­ten und schon mit dem Opener „The Pen­gu­ins Of Not­ting Hill Gate“ — ein­ge­spielt mit Unter­stüt­zung der London-​​Connection Pete Brooks und Roger Wins­let aka Bid­gie Reef With No Gas — befin­den wir uns bereits mit­ten­drin im Lande des fin­ni­schen Für­thers; also irgendwo zwi­schen unter­drück­ten Sehn­süch­ten und ver­hal­te­ner Euphorie.

Fein auch der „Chris­to­pher Wal­ken Day“, ein bit­ter­sü­ßes Stück­chen Musik, ver­edelt durch die Beats der 8-​​Bit-​​Space-​​Pop-​​Helden Desert Pla­net. Mit „Pop City Revi­si­ted“ fin­det sich außer­dem eine über­ra­schend kra­chige Bear­bei­tung eines Titels vom Vor­gän­ger „Angel­gold Pike’s Jaw“. Und jetzt begin­nen die tie­fen Ver­nei­gun­gen; des Herrn Mäk­keläs Respekts­be­kun­dun­gen vor eini­gen Gro­ßen wie Grö­ße­ren der Zunft.

So lau­schen wir etwa dem John Cale-​​Klassiker „Paris 1919″ feat. Erich A. in folg­lich fol­ki­ger Fas­sung; sodenn einem Cover der sprö­den Matt Everett-​​Ballade „Stu­pid Sou­thern Wed­ding“; bis schließ­lich Tho­mas Pyn­chon und sei­nem Roman „Vine­land“ zu Ehren der tro­ckene Alternative-​​Country-​​Folkblues-​​Schleicher „Floozy With An Uzi“ das schnieke Scheib­chen voll­ends rund machen darf. Heute wird gestor­ben, bitte! Und das geht — Uzi hin oder Vogel­grippe her — immer noch am bes­ten in Schönheit.