New Orleans, Voodoo-​​Religion und Hoodoo-​​Hokuspokus. Jeden Moment ist damit zu rech­nen, dass Schat­ten­jä­ger Gabriel Knight um die Ecke geschlen­dert kommt. Doch statt des Sierra–Adventure-​​Veteranen schauen wir auf das adrette Ant­litz von Kate Hud­son, die tief in den fieb­ri­gen Sümp­fen Loui­sia­nas als Kran­ken­schwes­ter Caro­line die Pflege eines gelähm­ten Grei­ses über­nimmt. Und auf dem Anwe­sen der Devereauxs gehen gar merk­wür­dige Dinge vor sich.

Mit sei­nem Schlag­an­fall ist Ben (John Hurt) auf der Ziel­ge­ra­den des Lebens­ma­ra­thons ein­ge­lau­fen. Und Caro­line soll ihm die letz­ten Monate ein klein wenig erleich­tern. Nur beschleicht sie mehr und mehr das Gefühl, dass die schein­bar so treu­sor­gende Ehe­frau Vio­let (Gena Row­lands), mit wel­cher er die her­un­ter­ge­kom­mene Plantagen-​​Villa behaust, ganz andere Absich­ten haben könnte. Und neu­gie­rig wie junge Mädels nun­mal sind, steckt Caro­line ihr süßes Näs­chen tief in fremde Ange­le­gen­hei­ten: Mit dem Gene­ral­schlüs­sel bewaff­net macht sie sich auf, die mod­ri­gen Räume der Villa zu erkun­den — und gerät dabei in eine Welt voll fins­te­rer Hoodoo-​​Rituale.

Wie in jedem mit­tel­präch­ti­gen Krimi so geht es viel zu oft auch auf der gro­ßen Lein­wand zu: Der Film ist noch nicht ein­mal zur Hälfte gelau­fen und die Rol­len von Gut und Böse, schul­dig und unschul­dig, Täter und Opfer sind längst ver­teilt — und dem Span­nungs­mo­ment nicht unbe­dingt zuträg­lich. Alleine des­halb lohnt der Griff zum „Ver­bo­te­nen Schlüs­sel“ (Uni­ver­sal Pic­tures), der seit kur­zem auf DVD zu haben ist. Regis­seur Iain Soft­ley setzt das Dreh­buch von „Ring“-Interpret Ehren Kru­ger famos in Szene und auch der Rest der Sta­b­list macht seine Sache ordent­lich. Kate Hud­son fas­zi­niert allein schon durch ihre Prä­senz, Peter Sars­gaard füllt die Rolle des undurch­sich­ti­gen Anwalts.

Doch fürs rich­tige Gru­sel­fe­e­ling sor­gen erst John Hurt und Gena Row­lands, wobei Letz­tere glatt der Ver­fil­mung von Ste­phen Kings „Misery“ ent­sprun­gen sein könnte. Sie ver­leiht den 104 Minu­ten ihren schaurig-​​schönen Drive; und in deren Folge ent­wi­ckelt sich ein atmo­sphä­risch beklem­men­der Suspense-​​Thriller, der seine Zuschauer auf stän­dig neue, aber völ­lig fal­sche Fähr­ten zu locken ver­steht. Nur um in den letz­ten Zügen das ver­meint­lich beste, weil über­ra­schendste Fil­mende des Kino­jah­res 2005 bereit zu halten.