1. Dezember 2005
The Devil’s Rejects
Mit dem Serienkiller-Clan derer zu Firefly hat Schockrocker Rob Zombie vor zwei Jahren auf einer Ranch im amerikanischen Hinterland den Hommage-Hass der 1.000 Leichen ausgesät. Und der erblüht nun in seiner ganzen Pracht: Sheriff John Quincey Wydell (William Forsythe) will den Mord des Bruders rächen. Obwohl seine Truppe mit einem Kugelhagel das Anwesen der Rednecks durchsiebt, entwischen ihm Otis (Bill Moseley) und Baby (Sheri Moon Zombie).
Auf ihrer Flucht durch die Südstaaten hinterlassen die Geschwister eine blutige Spur der Verzweiflung. Ihrer beider Vater, der clowngesichtige Captain Spaulding (Sid Haig), eilt dem Nachwuchs zu Hilfe, doch Wydell ist dem mordenden Mob mit zwei Kopfgeldjägern (Danny Trejo und Diamond Dallas Page) auf den Fersen — und unterstellt seine eigenen Mittel längst dem Zweck.
„Alle meine Hauptcharaktere sind Bösewichte“, lässt der Trashpapst wissen und in der Verherrlichung seiner Anti-Helden steckt in der Tat nichts Entschuldigendes. Ein dramaturgischer Kniff, der Verunsicherung stiftet, und die leidige Frage aufwirft, ob denn Unrecht durch weiteres Unrecht getilgt werden darf.
Aber wenn schon, dann genau so: Mit seinem Sequel zur Horror-Hommage „Haus der 1.000 Leichen“ verbeißt sich Zombie geradezu in einem bizarr-blutrünstigen Revenge-Road-Movie mit unübersehbaren Italowestern-Anleihen; einer von zügellosem B-Movie-Style getragenen Zitatesammlung.
Obwohl damit stilistisch vollkommen vom wesentlich schwächeren Vorgänger gelöst und trotz selbstironischer Seitenhiebe aufs Genre bleibt dieses kranke Trashvergnügen immer der knallharten Authentizität seiner nihilistischen 70er Jahre-Vorbilder wie dem „Texas Chainsaw Massacre“, „The Last House On The Left“, „Bonny & Clyde“ oder „The Wild Bunch“ verpflichtet.
Der Soundtrack mit Songs von Lynyrd Skynyrd oder der Allman Bros. Band tut dazu sein Übriges. Aber Rob Zombie zeigt mit „The Devil’s Rejects“ vor allem eines: Dass Fortsetzungen weit mehr sein können als dieselbe Story mit einer schnöden zwei hinter dem Titel noch einmal zu erzählen.
