Karls­ruhe — „Es ist bes­ser für das was man ist, gehasst, als für das was man nicht ist, geliebt zu wer­den.“ Sagte ein­mal der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler André Paul Guil­laume Gide, singt Mar­cus Wie­busch 2005. Doch um die Befind­lich­keit sei­ner Band Kett­car muss er sich der­zeit wahr­lich keine Sor­gen machen. Vor dem Kon­zert in der Dur­la­cher Fest­halle unter­hielt sich der Front­mann mit Patrick Wurs­ter über Indie-​​Spatzen und Pop-​​Tauben, Grand Hotel-​​Dächer und Signing-​​Händchen. Und den gebro­che­nen Dau­men von Car­los Santana.

???: 90.000 ver­kaufte Kettcar-​​Alben, die Han­sen Band in den Charts — momen­tan könnt ihr machen was ihr wollt, seid Everybody’s Dar­ling. Wart ihr ein­fach nur zur rich­ti­gen Zeit mit den rich­ti­gen Pro­duk­ten auf dem Markt? Denn plötz­lich lie­ben die Leute das, was ihr im Grunde schon seit jeher bei Ran­tan­plan oder But Alive gemacht habt…
Mar­cus Wie­busch: Das würde ich so nicht sagen. Ich finde schon, dass But Alive und Kett­car zwei sehr unter­schied­li­che Bands sind. Das Beson­dere an But Alive war, dass wir wesent­lich pun­ki­ger und wesent­lich poli­ti­scher waren und viel mehr jene Dinge the­ma­ti­siert haben, die uns Anfang der 90er wich­tig erschie­nen. Kett­car dage­gen haben einen sehr pop­pi­gen, sehr lyri­schen Weg eingeschlagen.

???: Und der gip­felt in Beti­te­lun­gen wie „Super­group des Ger­man Indie-​​Rock“ und „Vor­zei­ge­band“ einer angeb­lich wie­der­be­leb­ten Ham­bur­ger Schule. Wer in der Presse auf­taucht, bekommt ein Eti­kett ver­passt. Aber „wieso eigent­lich Indie-​​Charts, Dig­ger“?
Wie­busch: Ich weiß natür­lich, dass in unse­rer Musik jede Menge Independent-​​Elemente mit drin sind. Aber wir bezeich­nen das gar nicht mal als Indie-​​Rock. Das ist ein­fach nur Pop. Und die­ses Schlag­wort ist für mich nicht nega­tiv belegt, zumin­dest nicht durch­weg. Das latei­ni­sche „popu­lare“ sagt nicht mehr als „all­ge­mein ver­brei­tet“. Wir machen Musik für alle, ohne eli­tä­res Den­ken. Da kann’s natür­lich ganz schnell pas­sie­ren, dass du im Main­stream schwimmst. Aber ich finde nichts spie­ßi­ger als sich irgend­wel­che Eti­ket­tie­run­gen zu ver­pas­sen und dann so eine kleine Szene her­bei­zu­phi­lo­so­phie­ren. Beim Punk hab ich das jah­re­lang gemacht. Und ich weiß wovon ich spre­che, wenn ich sage, dass da ein ganz schön eng­stir­ni­ges, dog­ma­ti­sches Süpp­chen gekocht wird. Hatte ich keine Lust mehr zu. Wenn ihr ihm einen Namen geben wollt, dann gebt ihm einen. Aber man fragt sich natür­lich schon, was einer beab­sich­tigt, wenn er uns zur Ham­bur­ger Schule dazu­steckt. Ent­we­der er ist dumm oder er ist gehäs­sig oder er will irgend­was nicht wahrhaben.

???: Dann schnell zu den Wahr­hei­ten um dein Label Grand Hotel van Cleef — eine Firma von Freun­den für Freunde. Kei­ner wollte sie pro­du­zie­ren, also machen sie’s selbst. Und siehe da: Es funk­tio­niert prima! Wie blau­äu­gig ist es, das Ganze im Nach­hin­ein auf die schöne Mär von den fünf ver­kann­ten Musi­kern run­ter­zu­bre­chen, die es gegen alle Wid­rig­kei­ten des Busi­ness den­noch geschafft haben?
Wie­busch: Was heißt blau­äu­gig — es ist lei­der auch was Wah­res dran… Wir sind mit unse­rer ers­ten Platte 2002 bei allen gro­ßen Labels vor­stel­lig gewor­den. Kei­ner wollte uns, kei­ner wollte diese Platte raus­brin­gen; die­selbe Platte, die spä­ter aller­or­ten umju­belt wurde. Wir wis­sen das natür­lich zu wür­di­gen. Die Begeis­te­rung bei Kon­zer­ten ist das Unfass­barste was uns an Zunei­gung ent­ge­gen gebracht wird. Aber auf die gan­zen guten Kri­ti­ken habe ich mit mei­nen 37 Jah­ren einen sehr abge­klär­ten Blick. Ich durfte bei But Alive mit­er­le­ben wie schnell diese media­len Strö­mun­gen wie­der umschla­gen können.

???: Und wie schwimmt man nun gegen den Strom ohne dabei unter­zu­ge­hen?
Wie­busch: Um nach oben zu kom­men braucht’s Ein­stel­lung und Power. Und für die­ses Visio­näre — also ohne zu wis­sen, ob es auch wirk­lich funk­tio­niert, und den­noch alles was du hast, rein­zu­schmei­ßen — muss man sich schon sehr hart ran­neh­men. Aber wir drei (Anm.: die GHvC-​​Mitbegründer Thees Uhl­mann von Tomte und Kettcar-​​Bassist Rei­mer Bus­torff) haben da nicht nur etwas für uns geschaf­fen, son­dern auch für das Bewusst­sein der Musi­ker: Im Zuge des Grand Hotel van Cleef-​​Erfolges hat es in Ham­burg 2003 eine Schwemme an so genann­ten Artist-​​Own-​​Labels gege­ben, also Künst­ler, die ihre Geschi­cke selbst in die Hand neh­men. Du musst nicht immer jeden Scheiß-​​Vertrag unter­schrei­ben. Du kannst das sel­ber, auch wenn wir vom Dreck umge­ben sind. Ich würde heute Abend viel lie­ber da raus­ge­hen und euch eine bes­sere Gesell­schaft anbie­ten. Aber ich kann euch sagen: Wenn ihr ein paar Freunde fin­det, setzt eure Visio­nen um von ‚nem selbst­be­stimm­ten Leben. Wir ham’s gemacht. Und es geht.

???:Unsere dümm­li­che Unschuld hat uns ver­dammt weit gebracht“, hat dein Freund und Kom­pa­gnon Thees Uhl­mann die auf­kom­men­den Zwei­fel an der Gelas­sen­heit ums Label kom­men­tiert. Kann man mit solch einer Atti­tüde kal­ku­lie­ren?
Wie­busch: Das macht das „X“ in der gan­zen Sache grö­ßer. Du weißt nicht genau, wie du das Geld zusam­men­be­kommst oder zurück­zah­len sollst. Wenn Kett­car nicht funk­tio­niert hätte, dann wären wir rich­tig geil ver­schul­det gewe­sen. Und das ist eine dümm­li­che Unschuld. Du weißt nicht wie, aber du machst ein­fach. Mit Glau­ben und Willen.

???: Die klas­si­schen stür­mi­schen Rock ‚n‘ Roll-​​Jugendjahre habt ihr hin­ter euch brin­gen müs­sen ohne dass der Durch­bruch gelin­gen wollte. Aber kommt der jet­zige Erfolg in den gesetz­ten 30ern nicht just zu rech­ten Zeit?
Wie­busch: Der Vor­teil ist natür­lich, dass du nicht mehr durch­drehst, kannst alles total rea­lis­tisch ein­schät­zen. Das ist super ange­nehm. Da ist auch kei­ner mehr abge­dreht als wir zum ers­ten Mal bei „Rock am Ring“ 50.000 Leute in Grund und Boden gespielt haben. Bei jün­ge­ren Bands geht das viel mehr ins Bewusst­sein, die­ses Selbst­zer­stö­re­ri­sche, dass sie mei­nen plötz­lich alles zu kön­nen. Dazu sind wir viel zu abge­klärt. Wir set­zen uns dann Back­stage zusam­men, trin­ken Bier und sagen: „Ham wa gut gemacht!“ Und das tun wir heute Abend auch. Da sind wir alte Män­ner, die das ein­fach rich­tig gut fin­den. Natür­lich erle­ben auch wir unsere Kicks, aber diese Höhe­punkte wer­den nicht mehr so unre­flek­tiert, dumm aus­ge­lebt. Auf der ande­ren Seite fühlt man sich oft ein biss­chen müde von dem Leben auf Tour. Ich war zum Bei­spiel heute auch schon wie­der andert­halb Stun­den E-​​Mails abar­bei­ten. Warum? Weil ich ‚nen Job hab: Mein Label, das mir meine Zukunft auch län­ger­fris­tig sichern soll. Und ganz ehr­lich, ich wünschte manch­mal das müsste ich nicht. Und in jün­ge­ren Jah­ren musste ich das auch nicht. Aber ins­ge­samt genieße ich es den­noch sehr, dass der rela­tive Erfolg eben erst jetzt gekom­men ist.

???: Und das bei einer abso­lu­ten Ent­schei­dungs­ma­xime, die da lau­tet: Gemacht wird was gefällt. Kri­ti­ker über­schla­gen sich zurecht, die neuen Alben von Olli Schulz, Mari­time oder der Han­sen Band sind nur die jüngs­ten Bei­spiele. Purer Zufall, das bes­sere Händ­chen oder sys­te­ma­ti­sche Unter­wan­de­rung, indem man sich ein­fach in die rich­ti­gen Posi­tio­nen bug­siert — etwa indem Thees für den „Musik­ex­press“ schreibt?
Wie­busch: Die­ses Guerilla-​​Marketing kannst du nur bedingt betrei­ben. Fakt ist ein­fach, dass wir offen­sicht­lich mit ein biss­chen Glück aber mit viel Instinkt Bands signen kön­nen. Ich will mich jetzt nicht so doll neh­men, aber kei­ner hat Tomte erkannt bis ich sie bei mei­nem ers­ten Label BA-​​Records unter Vetrag genom­men habe. Da denkst du: „Seid ihr alle taub — das ist doch was!“ Und bei Death Cab For Cutie war’s genauso.

???: Wirk­lich kein Groll, dass die Jungs eurem Label den Rücken gekehrt haben?
Wie­busch: Über­haupt nicht! Wirk­lich, das sehe ich total ent­spannt. Mir war irgend­wie schon klar, dass man sie auf­grund die­ses unfass­ba­ren Erfol­ges in den USA sowieso nicht hal­ten kann. Die ver­kau­fen 200.000 auf so einem klei­nen Label wie unse­rem, da ste­hen alle Schlange. Und dann legt man ihnen einen Kon­trakt vor mit dem vier erwach­sene Men­schen aus­ge­sorgt haben. Für den Rest ihres Lebens. Da unter­schreibst du doch! Und wer’s nicht tut, ist viel­leicht noch von so einem Indie-​​Mythos umne­belt und fürch­tet, dass er sich ver­ra­ten würde. Aber ich glaube auch die Majors haben mitt­ler­weile kapiert, dass du große Künst­ler wie Death Cab For Cutie ein­fach machen las­sen musst. Und die neue Platte ist ja auch super.

???: Kam kein ein­zi­ges Mal der Gedanke auf, das Grand Hotel ein wenig „auf­zu­sto­cken“, wie­der mehr auf dümm­li­che Unschuld zu machen, um die Jungs mit allen Mit­teln zu hal­ten?
Wie­busch: Das sind natür­lich die Fra­gen, mit denen wir uns auch immer wie­der rum­schla­gen. Aber wir erwar­ten, dass wir irgend­wann wie­der zurück­ge­wor­fen wer­den; uns ein­mal ver­hauen mit unse­ren Signings. Des­halb wol­len wir momen­tan nicht wach­sen. Und dann sind wir schließ­lich auch noch Musi­ker und schon das allein steht einem Wachs­tum ent­ge­gen. 2006 werde ich ganz, ganz wenig im Label machen, weil ich neue Songs schrei­ben möchte.

???: Und bei denen braucht’s bekannt­lich stets ein wenig Kon­zen­tra­tion oder die ent­spre­chen­den Lebens­um­stände, um dei­nen Meta­phern auf die Schli­che zu kom­men. Viele sagen, wer beim deut­schen Indie-​​Rock nach dem Sinn im Gesun­ge­nen heischt, trägt auch Holz in den Wald — par­don, die Taube aufs Dach natür­lich…
Wie­busch: Also die­sen Vor­wurf kann ich beim bes­ten Wil­len nicht ver­ste­hen. Wo steht bitte um alles in der Welt geschrie­ben, dass Texte eins zu eins zu ver­ste­hen sein müs­sen?! Was ist das denn ande­res als Lyrik? Lyrik ist ein­fach nur eine Anein­an­de­rei­hung von Wör­tern mit dem Ziel, dem Gegen­über ein neues Gefühl von Spra­che und eine neue Sicht auf Worte zu geben. Lyrik ist nur ein Vor­schlag, meine Texte sind nur Vor­schläge: Ich gebe dir Wör­ter an die Hand, die kannst du gut oder schlecht fin­den. Du musst sie dazu nicht ver­ste­hen. Und selbst wenn du sie nicht ver­stehst, kön­nen sie trotz­dem rich­tig, rich­tig geil sein. So ist das jeden­falls bei mir. Ich bin ein gro­ßer Fan von Blum­feld und mich haben die Texte immer begeis­tert — obwohl ich nie alles ver­stan­den hab. Es wird in mei­nen Tex­ten immer diese Art Lyrik geben, bei der ich ganz genau weiß worum es geht. Und die 1.000 Leute in der Halle eben nicht. Erst dann erschlie­ßen sich für den Hörer neue Wel­ten, setzt sich dein Geist in Bewe­gung. Und wenn ich dann mal zu plump bin, wie bei der Zeile „Von Spat­zen und Tau­ben, Dächern und Hän­den“, und die Leute sagen „Das ist jetzt aber unnö­tig kom­pli­ziert aus­ge­drückt“, dann habe ich’s nicht rich­tig gemacht. Aber oft gelingt es mir offen­sicht­lich das ein biss­chen raf­fi­nier­ter zu ver­pa­cken. So, dass die Leute sich berührt füh­len. Denn darum geht es letzt­end­lich. Musik sollte immer berüh­ren. Ich hab so viele Inter­pre­ta­tio­nen mei­ner Texte aus so vie­len ver­schie­de­nen Blick­win­keln gekriegt, dass ich damit nie auf­hö­ren werde. Ich sag nicht den Satz um des Sat­zes Wil­len — was viele andere deut­sche Grup­pen machen. Und genau das ist das Beson­dere an unse­rer Musik. Wenn du ein­fa­che Lösun­gen und Wahr­hei­ten willst, musst du die ande­ren Bands anhören.

???: Aber du ver­bin­dest schon immer kon­krete Erleb­nisse mit einem Text?
Wie­busch: Ja klar. Sogar bei „Lan­dungs­brü­cken raus“, den viele über­haupt nicht ver­ste­hen. Ich könnte jede Zeile in jedem Lied erklä­ren. Aber ich mach’s nicht. Weil ich dir die Pro­jek­tion nicht rau­ben will.

???: Liege ich dane­ben, wenn ich behaupte, dass „Von Spat­zen und Tau­ben“ sehr viel melan­cho­li­scher aus­ge­fal­len ist als euer Debüt „Du und wie­viel von dei­nen Freun­den“?
Wie­busch: Melancholischer…?

???: Wenn ich an „Balu“, „48 Stun­den“, „Anders als gedacht“ oder „Trä­nen­gas im High-​​End-​​Leben“ denke, könnte man etwa in einer Tren­nungs­phase schon viel raus­zie­hen…
Wie­busch: Kuck mal an! Viele Leute sagen, dass das erste Album bei einer Tren­nung bes­ser rein­läuft. Aber da liegst du nicht falsch und nicht rich­tig mit. Du emp­fin­dest das ein­fach so. Es wird auf jeder Kettcar-​​Platte eine gewisse Grund­me­lan­cho­lie geben. Das wird wohl immer so sein — auch wenn uns die Sonne aus dem Arsch scheint.

???: Apro­pos Son­nen­sei­ten: Seit „Keine Lie­der über Liebe“ steht ihr nun end­gül­tig mit einem Bein im schnell­le­bi­gen Main­stream. Über­rascht von der Sog­wir­kung?
Wie­busch: Das ist eine völ­lig ver­zerrte Wahr­neh­mung. Was mir „Keine Lie­der über Liebe“ gebracht hat, ist die Erkennt­nis, dass diese ganze Promotion-​​Maschinerie nur Schall und Rauch pro­du­ziert. Promo ist nix, Fans sind alles. Meine Nach­ba­rin würde sich nie ein Kettcar-​​Lied anhö­ren, aber wegen des Films spricht sie mich an. Dabei ist die Han­sen Band nicht mal halb so erfolg­reich wie Kett­car. Wir ver­kau­fen vier­mal mehr Plat­ten, waren viel höher in den Charts. Ver­steh mich nicht falsch, „Keine Lie­der über Liebe“ ist ein gutes Album gewor­den. Und ich weiß, dass es sich auch in fünf Jah­ren noch ver­kau­fen wird. Aber ich weiß auch, was es heißt, wenn du so plötz­lich nach oben gehypt wirst: Näm­lich gar nichts.

???: Weit weni­ger über­ra­schend war für viele die Erkennt­nis, dass ein Jür­gen Vogel nicht sin­gen kann. Man mag dem Hansen-​​Frontmann bei den im Stu­dio zurecht­ge­pe­gel­ten Songs zum cha­ris­ma­ti­schen Gebiss ja noch die ent­spre­chende Gesangs­stimme attes­tie­ren. Aber im direk­ten Ver­gleich ist es doch keine Frage wer vorne liegt, wenn Kett­cars „Was hät­ten wir denn tun sol­len“ gegen den Hansen-​​Klon „Strand“ antritt. Denkst du nicht manch­mal auch: Ach, hätte ich’s doch sel­ber gesun­gen…“?
Wie­busch: Jetzt wirst du aber hart. Ein ganz kla­res „Nein!“. „Was hät­ten wir denn tun sol­len“ war der ein­zige Song, der schon vor „Keine Lie­der“ exis­tiert hat. „Krei­sen“, „18. Stock“ und „Sink­flug“ habe ich hin­ge­gen eigens für Jür­gen Vogels Film­cha­rak­ter geschrie­ben. Und damit war klar, dass ich sie nicht sin­gen kann. Von dem Gedan­ken habe ich mich schon beim Kom­po­nie­ren ver­ab­schie­det. „Adieu, Mar­cus“, hab ich gedacht…

???: Aber viel­leicht kön­nen wir schon bald „Hello Han­sens“ sagen. Man mun­kelt ihr gebt dem­nächst einen Gig in Karls­ruhe?
Wie­busch: Wir spie­len ja im Dezem­ber noch drei Shows mit der Han­sen Band und ich wünschte Karls­ruhe wäre dabei gewe­sen. Aber es ist — aus wel­chen Grün­den auch immer — Darm­stadt gewor­den. Und wenn ich diese Tour hin­ter mir habe, dann ist eh erst mal für Monate Schluss!

???: Auch für die Han­sen Band?
Wie­busch: So weit ist es noch nicht. Der Jür­gen hat ja der­ma­ßen Bock, wei­ter­hin Musik zu machen. Aber Thees wird im Früh­jahr mit der neuen Tomte-​​Platte genug zu tun haben, Max Mar­tin Schrö­der geht mit sei­nem Solo­pro­jekt ins Stu­dio — vor Som­mer ist mit der Han­sen Band nicht zu rech­nen. Aber wenn im August einer kom­men sollte und sagt: „Hey, lass uns doch hier oder da mal ein Benefiz-​​Konzert spie­len oder sogar ‚ne kleine Club-​​Tour machen“, wäre ich sofort dabei.

???: Hof­fent­lich gilt das auch für die Karls­ru­her Fan­frage. Du willst deine Texte zwar nicht erklä­ren, aber was hat es bit­te­schön mit dem wich­tigs­ten Fin­ger von Car­los San­tana auf sich?
Wie­busch: (lacht) Der Text von „Stock­hau­sen, Bill Gates und ich“ ist doch von vorn bis hin­ten Quatsch! Aber okay, du musst das so sehen: Karl­heinz Stock­hau­sen und Bill Gates sind jene bei­den Men­schen auf der Welt, die am wei­tes­ten von mir ent­fernt sind. Der eine kul­tu­rell und der andere finan­zi­ell. Den­noch glaube ich, dass es immer einen kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner gibt — selbst zwi­schen uns dreien; etwas, das wir bis auf die Kno­chen has­sen. Und das ist Car­los San­tana, der ohne sei­nen Dau­men nie­mals wie­der Gitarre spie­len wird.