16. März 2006
Doom — Der Film
Meilenstein. Das ist wohl der passendste Ausdruck, um dieses Computergame annähernd angemessen zu würdigen. Nein, es geht (noch) nicht um „Doom“, sondern um dessen Vorgänger mit Namen „Wolfenstein 3D“. 1992 begann mit diesem PC-Spiel die Ära der Ego-Shooter, bei welcher der Spieler die Umgebung aus der Ich-Perspektive wahrnimmt und schlicht alles aus dem Weg zu räumen hat, was in den dreidimensionalen Labyrinthen sein Unwesen treibt. Doch was tun, wenn alle Wehrmachtssoldaten, SS-Männer, General Fettgesicht alias Hermann Göring und Endgegner Cyborg-Hitler zur Strecke gebracht sind?
Die Antwort kam einmal mehr von der legendären Gameschmiede ID-Software: Mit Kettensäge, Pistole, Pumpgun oder Strahlenkanone ausgestattet, wurde „Doom“ sicher in erster Linie so manch durchzockter Nacht zum Verhängnis. Diverse Fortsetzungen und Neuentwicklungen wie „Quake“, „Heretic“, „Shadow Warrior“ und allen voran die 3D Realms-Veröffentlichungen um den obercoolen „Duke Nukem“ verlangten im Laufe der 90er nach immer mehr Rechenpower und entschädigten mit neuen Helden und neuen Widersachern.
Ganz im Gegensatz zum Lucas Arts-Adventure „The Dig“, das ursprünglich als pompöser Steven Spielberg-Film geplant war und es aus Geldgründen doch nur zum PC-Spiel brachte, fand „Doom“ als das meistverkaufte Computergame der vergangenen zehn Jahre jüngst den umgekehrten Weg auf die Kinoleinwand. Und zwar als groß angelegtes Science-Fiction-Action-Spektakel, bei dem eine Spezialeinheit unter Führung von Dwayne „The Rock“ Johnson einen Militärstützpunkt auf dem Mars zurückerobern soll. Vor wenigen Tagen ist der Streifen nun auf DVD in einer „Extended Edition“ erschienen (Universal Pictures).
Eine einigermaßen nette Zombie-Story hat man lose um den Kult gezimmert, der zwar leider das Gros der klassischen „Doom“-Gegner außen vor lässt und obendrein doch einige Zeit braucht, um seinem Vorbild gerecht zu werden — dann aber sogar einen originalen „Shoot’em Up“-Lauf in bester PC-Manier samt in die Story eingeflochtener Cheat-Unsterblichkeit und Multiplayer-Hommage zelebriert! Und sollte Arnold Schwarzenegger einmal „Terminator“- und amtsmüde werden: Auch „Duke Nukem“ wartet noch auf sein Kinodebüt. „Come Get Some!“
