Auf­säs­sig, aber glück­lich! So sind sie, so klin­gen sie. Der mar­kant nasale Gesang von Mal Élevé auf Reg­gae, Ragga, Dance­hall, Funk und Hip­Hop macht ihn so beson­ders, ja ein­zig­ar­tig, den Hei­del­ber­ger Neu­ner Irie Révol­tés. Ihrem bemer­kens­wer­ten Debüt „Les deux côtés“ ist unlängst die „dritte Seite“ in Form des Albums „Voyage“ (Sky­cap Records) gefolgt. Fran­zö­si­sche Ragga-​​Lyrics und deutsch­spra­chige Raps ver­ei­nigt euch aufs Neue! Und diese Scheibe setzt end­gül­tig Genre-​​Maßstäbe.

In den 13 Tracks arti­ku­lie­ren die Irie Révol­tés gewohnt ihren Unmut über die beste­hen­den Ver­hält­nisse. Schwer darf man sich tun, ob musi­ka­lisch betrach­tet nun der Dampf­ham­mer „Rebel­les“ mit sei­nem pum­pen­den Dancehall-​​Beat oder doch eher das getra­ge­nere, in feins­ten Concious-​​Ragga ver­packte „Resis­ten­cia“ die Num­mer des Albums ist. Wie gut, dass es Momente im Leben gibt, da man sich nicht wirk­lich fest­zu­le­gen braucht.

Zumal die ebenso zahl­rei­chen wie hoch­klas­si­gen Feature-​​Gäste diese Ent­schei­dung nicht eben ein­fa­cher machen: Da berei­chert Wonda Prince „Pour tous ceux“ mit har­tem Chan­ting wäh­rend die Iries im melan­cho­li­schen „Ma voix“ unter­stüzt von Chaoze One ihre Stim­men für die­je­ni­gen erhe­ben, deren Worte sonst unge­hört ver­hal­len. Mit dem Karls­ru­her bil­den sie ganz neben­bei bemerkt auch die Rap-​​Crew Per­spec­tives, die jüngst ihr gleich­na­mi­ges Debüt-​​Album (Alive/​Al Dente Recordz) samt Klasse-​​Song („Ce sen­ti­ment“) ver­öf­fent­licht hat.

Die „Voyage“ geht der­weil wei­ter mit Paco Men­doza aka El Cri­mi­nal: Hier setzt man ein Zei­chen für die „Soli­da­ri­sa­tion“ und lässt her­nach einen Toni L (einst Advan­ced Che­mis­try) ganz rhe­to­risch in der ener­gie­ge­la­de­nen Funk-​​Reggae-​​Rap-​​Hymne fra­gen: Seid ihr „Ready“? Und die Ant­wort wis­sen wir längst — auch dann, wenn das obli­ga­to­ri­sche „Ja, ja, ja, ja, ja, ja!“ aus­blei­ben würde. Die hat man uns näm­lich schon vor zwei Jah­ren geflüstert.