24. März 2006
Irie Révoltés — „Voyage“
Aufsässig, aber glücklich! So sind sie, so klingen sie. Der markant nasale Gesang von Mal Élevé auf Reggae, Ragga, Dancehall, Funk und HipHop macht ihn so besonders, ja einzigartig, den Heidelberger Neuner Irie Révoltés. Ihrem bemerkenswerten Debüt „Les deux côtés“ ist unlängst die „dritte Seite“ in Form des Albums „Voyage“ (Skycap Records) gefolgt. Französische Ragga-Lyrics und deutschsprachige Raps vereinigt euch aufs Neue! Und diese Scheibe setzt endgültig Genre-Maßstäbe.
In den 13 Tracks artikulieren die Irie Révoltés gewohnt ihren Unmut über die bestehenden Verhältnisse. Schwer darf man sich tun, ob musikalisch betrachtet nun der Dampfhammer „Rebelles“ mit seinem pumpenden Dancehall-Beat oder doch eher das getragenere, in feinsten Concious-Ragga verpackte „Resistencia“ die Nummer des Albums ist. Wie gut, dass es Momente im Leben gibt, da man sich nicht wirklich festzulegen braucht.
Zumal die ebenso zahlreichen wie hochklassigen Feature-Gäste diese Entscheidung nicht eben einfacher machen: Da bereichert Wonda Prince „Pour tous ceux“ mit hartem Chanting während die Iries im melancholischen „Ma voix“ unterstüzt von Chaoze One ihre Stimmen für diejenigen erheben, deren Worte sonst ungehört verhallen. Mit dem Karlsruher bilden sie ganz nebenbei bemerkt auch die Rap-Crew Perspectives, die jüngst ihr gleichnamiges Debüt-Album (Alive/Al Dente Recordz) samt Klasse-Song („Ce sentiment“) veröffentlicht hat.
Die „Voyage“ geht derweil weiter mit Paco Mendoza aka El Criminal: Hier setzt man ein Zeichen für die „Solidarisation“ und lässt hernach einen Toni L (einst Advanced Chemistry) ganz rhetorisch in der energiegeladenen Funk-Reggae-Rap-Hymne fragen: Seid ihr „Ready“? Und die Antwort wissen wir längst — auch dann, wenn das obligatorische „Ja, ja, ja, ja, ja, ja!“ ausbleiben würde. Die hat man uns nämlich schon vor zwei Jahren geflüstert.
