28. April 2006
Der Fischer und seine Frau
Da mausert sich einer langsam, aber stetig in die Riege derer, die allein ob ihres Namens schon Lust auf einen Film machen. Christian Ulmen löst sich vom Anhänsel „Herr Lehmann“, jener Rolle, die den MTV-Moderator bekannt gemacht hat. Der Mann ist zu einem Gesicht des deutschen Kinos geworden. Nicht nur als „Mein neuer Freund“ zeichnet ihn nämlich das aus, was für einen Schaupspieler per se zum Leistungspaket gehören sollte: (Ver-)Wandlungsfähigkeit.
Dort glückt ihm Proll wie Edelmann; spielt’s auch mal ganz unscheinbar wie in „Elementarteilchen“ oder der DVD-Veröffentlichung „Der Fischer und seine Frau“ (Highlight Video). Und doch bergen Ulmens Rollen stets diese ganz spezielle Komik. So auch beim „Flying Fish Doctor“ Otto, spezialisiert auf den wertvollen Koi-Karpfen, welcher in Folge einem roten Faden gleich durchs Geschehen schwimmt.
Auf einer Japanreise begegnet er Ida (Alexandra Maria Lara). Schnell verguckt sich die Modedesignerin in den Veterinär, heiratet ihn noch ehe die Sonne im Lande untergehen kann. Doch während Otto genügsam mit Kind und Koi, sich und der Welt voll und ganz zufrieden ist, durchbricht die karrieregeile Ida immer wieder die selbst auferlegte Enge, strebt nach Größerem und Besserem.
Jaja, „meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich wohl will“, fassten es einst die Brüder Grimm in Worte. Filmemacherin Doris Dörrie, die Grande Dame des deutschen Beziehungskinos, hat für ihre moderne Mär „Warum Frauen nie genug bekommen“ zum Untertitel erkoren. Das Original, an welches sie ihre mitunter recht schräge, aber immer keck erzählte Geschichte mit dem wunderbar aufspielenden Traumpaar Christian Ulmen und Alexandra Maria Lara angelehnt hat, scheint trotz aller Neuerung noch latent durch; und diese fabelhafte Vermengung verpasst selbst den bizarrsten Wendungen noch einen wahrhaft bezaubernden Anstrich!
