„Bitte Platz zu neh­men. Und aber­mals will­kom­men im Kio­ski! Kossu dazu?“ „Bitte? Danke!“ „Na denn ein Hoch auf den ein­zi­gen fin­ni­schen Plat­ten­la­den außer­halb Suo­mis. Unser TUG/​Humppa- und 9pm–Label­shop gra­tu­liert sich mit der „Volume 3″ (Humppa Records/​Indigo) von ‚Ter­vetu­loa Kio­s­kiin‘ sozu­sa­gen selbst zum drit­ten Geburts­tag. Im Gegen­satz zu den bis­he­ri­gen bei­den Sam­plern ‚Vol. 1′ und ‚Vol. 2′ aller­dings wurde nun ein ein­deu­ti­ger sti­lis­ti­scher Schwer­punkt gewählt: 19 mal fin­ni­sche Folk­lore zwi­schen Tra­di­tio­nal und Cross­over. Wie das klingt? Bitte mir zu folgen…

Hören Sie gleich hier: Das musi­ka­li­sche Aben­teuer beginnt doch schon mal recht viel­ver­spre­chend mit einem Titel von Pau­li­ina Ler­che: ‚Vot I Kaa­lina‘ ver­eint tra­di­tio­nelle Folk­s­truk­tu­ren mit tanz­ba­ren Beats. Feine Sache, das! In eine ähn­li­che Kerbe schlägt ‚Noita‘ von Wäi­nö­tär, geer­det jedoch von kra­chi­gen E-​​Gitarren. Ist Ihnen zu hef­tig? Na dann haben wir hier viel­leicht etwas Pas­sen­de­res für Sie: Auch wenn diese Man­nen Tra­di­tion ja eigent­lich abstra­hie­ren, allen­falls mit unty­pi­schen Ein­flüs­sen ver­we­ben — nicht feh­len dür­fen auf solch einer Zusam­men­stel­lung frei­lich die spin­ni­gen Humppa-​​Berserker Elä­keläi­set, ver­tre­ten mit ‚Hump­pa­ä­imä‘, ihrer Per­si­flage aufs Genre. Ach, die ken­nen Sie schon zur Genüge? Dann bitte hier entlang…

Auf­re­gen­der sind da natür­lich schon Ala­maail­man Vasa­rat mit einer völ­lig durch­ge­dreh­ten Annä­he­rung an wilde Balkan-​​Beats bei ‚Len­tävä Mato‘. Ach, weni­ger wild hät­ten Sie’s gern? Mehr so — ein­gän­gi­ger? Dann bitte ich Sie, sich eben kurz umzu­dre­hen: Hier hät­ten wir die Aus­hän­ge­schil­der kare­li­scher Folk­lore, Värt­tinä mit ‚Tauti‘ und Bur­la­kat mit ‚Astuin Küläs/​Mandzoimarja‘. Die sind immer einer geson­der­ten Erwäh­nung Wert.“ „Kare­lisch?“ „Eine wald-​​, seen– und moor­rei­che Lan­denge zwi­schen dem fin­ni­schen Meer­bu­sen und dem Lado­ga­see in Russ­land.“ „Soso.“ „Genau. Aber hören Sie noch kurz dort: Das ras­sige ‚Pahaa Verta‘ mit Ska-​​Attitüde der fin­ni­schen Folk­ro­cker Poh­j­an­naula.

„Ras­sig.“ „Das sagte ich. Und nun zu einem der weni­gen ech­ten Exo­ten unse­res Sam­plers: Saki­lai­set aus der Haupt­stadt Hel­sinki, die mit ihrer Inter­pre­ta­tion fin­ni­scher Salon­mu­sik der 30er und 40er Jahre irgendwo zwi­schen Nost­al­gie und Par­ty­stim­mung grat­wan­dern. Ja, das hat was, gell? Aber Moment, Sie haben das schönste Stück der Scheibe noch gar nicht gehört!“ „Las­sen Sie mich raten: ‚Toive‘ von der Folk-​​Meistersängerin Suden Aika?“ „Nahe dran, aber lei­der nein. Es ist die lieb­li­che Stimme von Johanna Iiva­nai­nen samt ihrem sch­mu­si­gen Gitar­ren­song ‚Ylläs‘. Gefällt Ihnen? Das wusste ich!

Noch­mal durch­hö­ren vorm Kauf? Nein, kein Pro­blem. Noch’n Gläs­chen Kossu dazu?“ „Bitte? Danke!“ „Kip­pis!“ „Prös­ter­chen! Und zum zwo­ten alles Gute zum drit­ten! Wie heißt das doch gleich bei Ihnen: Hyvää syn­ty­mäpäi­vää?“ „Jawoll, kii­tos viel­mals! Und bitte sich nach­zu­schen­ken.“ „Aber gerne — wo wir doch schon mal (wie­der) da sind… Wirk­lich schön haben Sie’s hier in Fürth, also Finn­land mein ich jetzt. …und wis­sen Sie was? Ich glaub ich nehm sie…“