7. April 2006
Tervetuloa Kioskiin Volume 3
„Bitte Platz zu nehmen. Und abermals willkommen im Kioski! Kossu dazu?“ „Bitte? Danke!“ „Na denn ein Hoch auf den einzigen finnischen Plattenladen außerhalb Suomis. Unser TUG/Humppa- und 9pm–Labelshop gratuliert sich mit der „Volume 3″ (Humppa Records/Indigo) von ‚Tervetuloa Kioskiin’ sozusagen selbst zum dritten Geburtstag. Im Gegensatz zu den bisherigen beiden Samplern ‚Vol. 1′ und ‚Vol. 2′ allerdings wurde nun ein eindeutiger stilistischer Schwerpunkt gewählt: 19 mal finnische Folklore zwischen Traditional und Crossover. Wie das klingt? Bitte mir zu folgen…
Hören Sie gleich hier: Das musikalische Abenteuer beginnt doch schon mal recht vielversprechend mit einem Titel von Pauliina Lerche: ‚Vot I Kaalina’ vereint traditionelle Folkstrukturen mit tanzbaren Beats. Feine Sache, das! In eine ähnliche Kerbe schlägt ‚Noita’ von Wäinötär, geerdet jedoch von krachigen E-Gitarren. Ist Ihnen zu heftig? Na dann haben wir hier vielleicht etwas Passenderes für Sie: Auch wenn diese Mannen Tradition ja eigentlich abstrahieren, allenfalls mit untypischen Einflüssen verweben — nicht fehlen dürfen auf solch einer Zusammenstellung freilich die spinnigen Humppa-Berserker Eläkeläiset, vertreten mit ‚Humppaäimä’, ihrer Persiflage aufs Genre. Ach, die kennen Sie schon zur Genüge? Dann bitte hier entlang…
Aufregender sind da natürlich schon Alamaailman Vasarat mit einer völlig durchgedrehten Annäherung an wilde Balkan-Beats bei ‚Lentävä Mato’. Ach, weniger wild hätten Sie’s gern? Mehr so — eingängiger? Dann bitte ich Sie, sich eben kurz umzudrehen: Hier hätten wir die Aushängeschilder karelischer Folklore, Värttinä mit ‚Tauti’ und Burlakat mit ‚Astuin Küläs/Mandzoimarja’. Die sind immer einer gesonderten Erwähnung Wert.“ „Karelisch?“ „Eine wald-, seen– und moorreiche Landenge zwischen dem finnischen Meerbusen und dem Ladogasee in Russland.“ „Soso.“ „Genau. Aber hören Sie noch kurz dort: Das rassige ‚Pahaa Verta’ mit Ska-Attitüde der finnischen Folkrocker Pohjannaula.
„Rassig.“ „Das sagte ich. Und nun zu einem der wenigen echten Exoten unseres Samplers: Sakilaiset aus der Hauptstadt Helsinki, die mit ihrer Interpretation finnischer Salonmusik der 30er und 40er Jahre irgendwo zwischen Nostalgie und Partystimmung gratwandern. Ja, das hat was, gell? Aber Moment, Sie haben das schönste Stück der Scheibe noch gar nicht gehört!“ „Lassen Sie mich raten: ‚Toive’ von der Folk-Meistersängerin Suden Aika?“ „Nahe dran, aber leider nein. Es ist die liebliche Stimme von Johanna Iivanainen samt ihrem schmusigen Gitarrensong ‚Ylläs’. Gefällt Ihnen? Das wusste ich!
Nochmal durchhören vorm Kauf? Nein, kein Problem. Noch’n Gläschen Kossu dazu?“ „Bitte? Danke!“ „Kippis!“ „Prösterchen! Und zum zwoten alles Gute zum dritten! Wie heißt das doch gleich bei Ihnen: Hyvää syntymäpäivää?“ „Jawoll, kiitos vielmals! Und bitte sich nachzuschenken.“ „Aber gerne — wo wir doch schon mal (wieder) da sind… Wirklich schön haben Sie’s hier in Fürth, also Finnland mein ich jetzt. …und wissen Sie was? Ich glaub ich nehm sie…“
