Wir haben nur ein Lied. Es ist das beste der Welt. Bes­ser wird es nicht. Los, macht uns zu Stars!!!“ So weit, so dreist der Presse-​​Waschzettel, wel­cher Dochs Debüt „Was in der Zei­tung steht“ (Fet­tes Brot Schallplatten/​Indigo) anhaf­tet. Was mag da bloß kom­men? Rein­hard Mey auf Punk etwa? Rotiert die zwei Tracks starke Mini-​​Maxi jedoch erst ein­mal folgt im Über­schwang die Ant­wort prompt im Geiste; und nicht min­der dreist: Aber gerne doch, nichts leich­ter als das!

Ein paar Power-​​Chords mit Stil und Anstand run­ter­ge­sem­melt, ein in Ansät­zen gar net­ter Text drü­ber­ge­rotzt — fer­tig ist der ver­meint­li­che Rotation-​​Hit. Hin­ter dem ers­ten Signing des fri­schen Labels der Top Old Boy Group hie­si­ger HipHop-​​Musik ste­hen angeb­lich drei selbst­be­wusste junge Män­nelein aus Ber­lin, die sich dem Power-​​Pop ver­schrie­ben haben. Soso. Doch die titel­ge­bende Num­mer klingt selt­sam vertraut.

Was Wun­der, war sie doch eins zu eins bereits auf der Fet­tes Brot–Sin­gle „An Tagen wie die­sen“ ver­tre­ten. Ein Promotion-​​Scherz der Fisch­köppe? Eine Ver­öf­fent­li­chung unter Pseud­onym zuguns­ten der künst­le­ri­schen Frei­heit? Sind Boy (Gitarre und Gesang), Typ (Bass und Orgel) und Paolo (Drums) am Ende wirk­lich Schiff­meis­ter, Dok­tor Renz und König Boris? Das ist so wenig abwe­gig wie neu. Man denke etwa an die Roten Rosen, nur um beim Genre zu bleiben.

Zumal die Scheibe neben Song und Video zu „Was in der Zei­tung steht“ eine wei­tere, aber nicht annä­hernd so knal­lige Num­mer namens „Trotz­dem“ ent­hält. Ist das etwa ihr Lied (denn nur von einem war ja die Rede)? Ein Lied, das als Sin­gle wohl nim­mer­mehr den Weg vom Sta­pel der Musik­re­dak­tio­nen ins Blatt gefun­den hätte und die Brote spie­len mit Gespür für den Hit und im Glau­ben ans Doch-​​Potenzial nur­mehr den Steigbügelhalter?

Die mediale Auf­merk­sam­keit ist ihnen jetzt schon sicher. Mit­ge­mischt haben sie jeden­falls und das nicht zu knapp. Dafür spricht allein der Gesang eine viel zu deut­li­che Spra­che. Doch müsig ist alle Spe­ku­la­tion. Ob sie sich nun sel­ber unter Ver­trag genom­men haben oder nicht — am Was­ser gebaut ist mit einem Kauf die­ser Platte sicher­lich nicht: Pack den Punk aufs Brot, da hast du was drauf!