11. Mai 2006
Grenzverkehr
Diese Drei haben es noch nie getan. Wie denn auch mit 16 Jahren, wohnhaft in Niederbayern. Da die Jünglinge von den Dorfschönheiten noch geflissentlich ignoriert werden, bleibt den sexuell Frustrierten nur eine letzte Option: käufliche Liebe. Also ab mit dem Moped über die Grenze nach Tschechien, wo freizügige Mädchen noch auf solvente westliche Eroberer warten. Und Tatsache: Aus Buben sollen Männer werden! Doch ganz anders als gedacht, denn zwischen kindischem Gehabe und beginnendem Verständnis dafür, dass Frauen vielleicht doch keine Ware sind, schwanken Wong (Andreas Buntscheck), Schilcher (Ferdinand Schmidt-Modrow) und Hunter (Joseph M’Barek) einem einschneidenden Erlebnis als Geburtshelfer entgegen.
Bleibt nur noch zu klären, wie man ohne Klamotten, Pass und fahrbaren Untersatz, dafür einer werdenden Mutter (Henriette Richter-Röhl) und jeder Menge guter Ausflüchten im Handgepäck aus einem tschechischen Puff zurück ins bajuwarische Heim gelangt.
Und das dazugehörige Stück Film — just auf DVD erschienen (Eurovideo) — ist fast so unterhaltsam wie sein Plot. Zumindest bis Regisseur und Autor Stefan Betz im letzten Drittel bemerkt, dass seine Coming-Of-Age-Komödie „Grenzverkehr“ die angepeilte Ausfahrt „Happy End“ zu verpassen droht und mit einem Mal das Story-Steuer seines Kinodebüts bis zum Anschlag herumreißt. Ja ja, das erste Mal… Weltbewegend war’s nicht, aber immerhin weitgehend schmerzfrei. Er hatte es eben bis dato auch noch nie getan.
