Diese ver­ma­le­dei­ten Snack­au­to­ma­ten! Die Haupt­ak­teure von Dream­works‘ neuem CGI-​​Abenteuer „Ab durch die Hecke“ sind ganz und gar tie­ri­scher Natur und haben doch zu Beginn ein nur allzu mensch­li­ches Pro­blem: Wer hat sich nicht auch schon ein­mal über die Spi­ra­len­kon­struk­tion auf­ge­regt, die das süße Objekt der Begierde trotz ent­rich­te­tem Obo­lus par­tout nicht frei­ge­ben möchte? Und schon ist sie geschaf­fen, die wich­tigste Sache, die ein Lein­wand­held sich im Regel­falle erst ein­mal zu erar­bei­ten hat: Die Iden­ti­fi­ka­tion des Publikums.

Doch Wasch­bär Richie (gespro­chen von Götz Otto) ist ein ech­ter Frech­dachs und wird diese Errun­gen­schaft in den fol­gen­den 83 Minu­ten auf eine harte Probe stel­len. Ebenso wie die bunte Bande um Schild­kröte Verne (Bern­hard Hoë­cker), Hammy (Ralf Schmitz), das Eich­hörn­chen, Opos­sum Hea­ther (Jea­nette Bie­der­mann) und Stink­tier Stella (Stella Schro­et­ter). Die stau­nen näm­lich nicht schlecht, als sie sich den Win­ter­schlaf aus den Augen rei­ben und fest­stel­len: Oh Schreck, oh Schreck, der Wald ist weg — der Vor­stadt gewi­chen. Und woher nun das Fut­ter nehmen?

Richie indes hat den Mas­ter­plan längst aus­ge­heckt: Steh­len! Ab durch die Hecke, Sied­lung plün­dern. Dass er nach sei­nem Auto­ma­ten­mal­heur auf die wirk­lich dumme Idee kam, den Bären Vin­cent (Ben Becker) zu beklauen und die gesam­ten Vor­räte des grim­mi­gen Brauen dabei zur Unge­nieß­bar­keit ver­kom­men sind, ver­schweigt er der Truppe besser.

Und so sind nach den ers­ten erfolg­rei­chen Beu­te­zü­gen alle hell­auf begeis­tert vom Neuen — bis auf Verne. Zurecht, denn Richie hat nicht mehr viel Zeit, um Vin­cent auf Keks und Krü­mel alles zurück­zu­be­zah­len bevor er selbst zum Bärens­nack wird. Und natür­lich macht der Mensch mobil: Der Kam­mer­jä­ger namens Ver­mi­na­tor ist schon bestellt.

Pixar oder eben Dream­works, „Das große Krab­beln“ oder „Antz“, „Fin­det Nemo“ oder „Große Haie, kleine Fische“, „Tie­risch wild“ oder „Mada­gas­car“ — diese Liste ließe sich noch weit und wei­ter aus­deh­nen. Aus Sili­con Val­ley nichts Neues; Auf­guss um Auf­guss wurde uns da zuletzt ser­viert; kennste einen, kennste alle und put­zige Hel­den gehö­ren seit jeher zur Grund­aus­stat­tung des computer(de)generierten Ani­ma­ti­ons­films. Denkste.

Aber falsch gedacht: Nein, ledig­lich ein paar halb­wegs inno­va­ti­ver, ver­rückte Ideen braucht’s und in der Comic-​​Strip-​​Adaption von „Over The Hedge“ hat man sol­che zuhauf aus­ge­heckt: Ein Igel im THX– und ABC-​​rülpsende Eich­hörn­chen im Kof­fe­in­rausch dür­fen als dezente Andeu­tung genü­gen. Dazu Cha­rak­tere mit noch mehr Witz wie Charme, Kurz­weil auch dank vie­ler gelun­ge­ner Hom­ma­gen und Zitate bekannt aus Film und Fern­se­hen und der all­zeit gepfleg­ten Doppeldeutigkeit.

Wen inter­es­siert es da, ob die deut­schen Syn­chron­spre­cher in Sachen Namens­pro­mi­nenz mit ihren ame­ri­ka­ni­schen Kol­le­gen Bruce Wil­lis, Wil­liam Shat­ner, Nick Nolte, Tho­mas Haden Church, Avril Lavi­gne oder Eugene Levy gleich­zie­hen kön­nen oder das Ende frei­lich ein über­aus fröh­li­ches ist? Der ein­zig wahre Mas­ter­plan steht, ist ebenso platt wie unmiss­ver­ständ­lich: Ab ins Kino! Und die Befehls­ver­wei­ge­rer? Soll doch der Vin­cent holen.