13. Juli 2006

The Dark

Inspi­ra­tion ist im Grunde keine ver­werf­li­che Sache. Und ein Genre-​​Ausrufezeichen wie es „The Ring“ in jed­we­der Fas­sung zwei­fels­ohne ist, fin­det seine Nach­ah­mer; und die bege­ben sich damit in Gefahr, an jener Qua­li­tät auch gemes­sen zu wer­den. Der auf dem Roman „Opfer­lamm“ von Simon Maginn basie­rende „The Dark“ (High­light Video) geht die­ses Wag­nis ganz bewusst ein. Ein dem walisisch-​​keltischen Dunst­kreis ent­nom­me­nes Motiv ist Grund­lage des atmo­sphä­risch dich­ten Mysterythrillers.

In der Hoff­nung, ihre junge Fami­lie wie­der zusam­men­zu­füh­ren, fährt New Yor­ke­rin Adelle (Maria Bello) mit Toch­ter Sarah (Sophie Stu­ckey) nach Wales. Dort will sie ihren getrennt leben­den Ehe­mann James (Sean Bean) tref­fen, um in der Abge­schie­den­heit eines alten Farm­hau­ses an der rauen Küste die Chance auf einen Neu­an­fang zu wahren.

Doch schon kurz nach der Ankunft haben die Eltern ein trau­ma­ti­sches Erleb­nis: Die dunk­len Tie­fen des Mee­res ver­schlu­cken ihren süßen Nach­wuchs. Als plötz­lich ein lange ver­stor­be­nes Mäd­chen (Abi­gail Stone) auf­taucht, das vor­gibt zu wis­sen wo Sarah ist, kommt Adelle einer alten wali­si­schen Legende auf die Spur, nach der ein Toter gegen das Opfer eines ande­ren Men­schen ins Leben zurück­ge­holt wer­den kann.

Nie waren schlichte Schafe zuvor gru­se­li­ger in Szene gesetzt und doch steht der Zuschauer am Ende der 88 Minu­ten lei­der etwas beläm­mert da. Denn Regis­seur John Faw­cett ver­mag die fein auf­ge­bau­ten Span­nun­gen nicht zu lösen: Eine Fülle von Logik­feh­lern, Lücken und ande­ren Unge­reimt­hei­ten las­sen buch­stäb­lich im Dun­keln zurück, alter­na­ti­ves Ende her oder hin. Hier kommt führ­wahr kei­ner unge­scho­ren davon.