Es geht los, als es eigent­lich schon vor­bei ist. Nun also doch keine Kreta-​​Hochzeit für Jen­ni­fer Anis­ton und Vince Vaughn beim Deutschland-​​Start von „Tren­nung mit Hin­der­nis­sen“. Dabei sah es lange Zeit so aus, als würde sie es ihrem Ex-​​Gatten und ewi­ger Liebe Brad Pitt gleich­tun mit dem sie sie­ben Jahre das Hollywood-​​Traumpaar gab. Nix war’s wohl. Wie in der von Pey­ton Reed insze­nier­ten Geschichte: Da kön­nen Jenny und Vince näm­lich auch so gar nicht mehr miteinander.

Denn Männ– und Weib­lein sind wie sie sind und die Mit­glie­der haben die unter­schwel­li­gen Signale des ande­ren Geschlechts noch nie wirk­lich zu deu­ten ver­mocht. Auf den Tisch gebracht wird das Din­ner eben erst, wenn das Por­zel­lan längst zer­schla­gen ist. Und von gekit­te­ten Tel­lern speist es sich zumin­dest über kurz nie mehr so wie noch zuvor. Im Fall von Brooke (Anis­ton) und Gary (Vaughn) ist es ein Streit um zu wenig mit­ge­brachte Zitro­nen und Ballett-​​Unlust, die Tren­nung mit Knall und ein Pro­blem: Die gemein­same Woh­nung ist noch nicht abbe­zahlt. So zieht er ins Wohn­zim­mer und genießt dort sein wie­der­er­lang­tes Jung­ge­sel­len­le­ben mit jeder Menge Video­spiele, Strip­po­ker, Drugs und Rock ‚n‘ Roll.

Ihr Reich ist fortan das Schlaf­zim­mer. Dabei wollte sie doch eigent­lich gar nicht für län­gere Zeit alleine näch­ti­gen. Eine Lek­tion sollte es sein. Der kommt schon wie­der. Und end­lich zur Ver­nunft. Wenn auch nicht sofort könnte ja das ein oder andere Date zum Schein die­sen Zustand viel­leicht sogar beschleu­ni­gen. So den­ken Frauen. Eine frei­lich für beide Par­teien untrag­bare Situa­tion. Was zwangs­läu­fig fol­gen muss, ist ein bit­ter­bö­ser (Macht-)Kampf ums Appar­te­ment und den Platz im Bow­ling­team samt wech­sel­sei­ti­gem Tak­tie­ren, Täu­schen, Trick­sen. Und über das lei­dige Spiel­chen mit Nähe und Dis­tanz ver­gisst das Ex-​​Paar bei­nah, dass es sich viel­leicht nach wie vor noch lie­ben könnte.

Der Liebe Schei­tern in komi­schen wie berüh­ren­den Momenten

Gute Filme über zer­störte Bezie­hun­gen kön­nen nicht wirk­lich wit­zig sein? Nun, sie müs­sen es nicht, wie etwa Mike Nichols‘ „Haut­nah“ belegt. Im vor­lie­gen­den Fall sind es aber gerade die stim­mi­gen Nuan­cen zwi­schen herz­haf­ten Lachern, aus­ge­löst durch sau­ber plat­zierte Poin­ten, ver­packt in kna­ckige Dia­loge und einem gleich­zei­tig stets rea­lis­ti­schen wie des­il­lu­sio­nie­ren­den Blick auf zutiefst schmer­zende Bezie­hungs­en­den, wel­che die „Tren­nung mit Hin­der­nis­sen“ zum schlicht schön-​​traurigen Kino­er­leb­nis machen; da fügen sich die über­kan­di­del­ten Abzieh­bil­der in den Neben­rol­len (gran­dios: Jon Fav­reau alias Johnny O).

Ein Film, viel mehr fein beob­ach­tete Bezie­hungs­dramö­die denn belus­ti­gende Screwball-​​Comedy, der das Schei­tern einer Liebe mit ebenso komi­schen wie berüh­ren­den Momen­ten por­trä­tiert. Die Krö­nung: Mit einem ver­söhn­li­chen, ele­gant (auf-)gelösen Schluss zie­hen sich Regis­seur Reed und Dreh­buch­au­tor Vaughn aus der Affäre, erset­zen die in sol­chen Fäl­len standardisiert-​​abgeschmackten Happy Endings; und der Dia­log zum vor­läu­fi­gen Ende zwi­schen zweien, die sich einst lieb­ten, hat auf die vor­aus­ge­gan­ge­nen 106 Minu­ten gese­hen doch irgend­wie etwas sehr end­gül­ti­ges: „Hallo, schön dich zu sehen.“