Was das für eine Welt ist, in der ehr­bare Manns­bil­der nach Fei­er­abend zu Gum­mi­sauen mutie­ren, sich domi­nie­ren und demü­ti­gen las­sen? Unsere natür­lich. Hote­lier­s­toch­ter Eva (Marina Anna Eich) weiß von alle­dem noch nicht viel, geschweige denn von sich selbst. Eine Zufalls­be­kannt­schaft soll alles ver­än­dern. Von der bizar­ren Domina Mag­da­lena (Mira Gitt­ner) fas­zi­niert, begibt sich Eva auf die Suche nach ihrer urei­gens­ten Iden­ti­tät und beginnt eine Odys­see durch die Welt der Sexua­li­tät; ein phi­lo­so­phi­scher Zwei­stun­den­trip vor­bei an SM-​​Studios, Swin­ger­clubs und Stripteasebars.

Provokant-​​poetisch ange­haucht und mit äußerst eigenwillig-​​religiöser Kom­po­nente prä­sen­tiert sich das die­ser Tage auf DVD erschie­nene Ero­tik­drama „24/​7 — The Pas­sion Of Life“ (WTP Inter­na­tio­nal) von Regis­seur Roland Reber und der gebür­ti­gen Karls­ru­her Pro­du­zen­tin Patri­cia Koch; über Obses­sion und Ein­sam­keit, die gehei­men Gelüste, öffent­li­che Moral, ero­ti­sche Selbst­fin­dung und die lust­volle Qual unse­res Seins zwi­schen Per­ver­sion und Konvention.

Ein nicht ganz ein­fa­ches, sper­ri­ges Stück Independent-​​Filmkunst, bei­nahe mehr Thea­ter­auf­füh­rung als (Heim-)Kinovorstellung mit bizar­ren Sze­nen wie Dia­lo­gen von Figu­ren, die nicht nur nackte Haut zei­gen, son­dern tief in ihr See­len­le­ben bli­cken las­sen; und auch dem Zuschauer in jeg­li­cher Hin­sicht vie­les abver­lan­gen. Dabei sind es nicht unbe­dingt Lösun­gen, die Autor Reber bie­tet, son­dern schon eher einen mas­si­ven Anstoß zum Umdenken.

Und der pola­ri­siert, nein er spal­tet: „The Pas­sion Of Life“ steht für L(i)eben, Lust und Lei­den­schaft, 24 Stun­den am Tag, sie­ben Tage die Woche und zwar immerzu zwi­schen den Extre­men — in inhalt­li­cher wie hand­werk­li­cher Sicht. Pro­du­ziert wurde voll­kom­men unab­hän­gig von För­der­gel­dern, das sieht man, soll man sehen und so gilt, was auch im wah­ren Leben nicht ganz falsch sein kann: Erlaubt ist, was gefällt.