27. September 2006
Handbuch der Liebe
Normalerweise zeichnen sich Gebrauchsanweisungen vornehmlich dadurch aus, dass man nach ihrer Lektüre erst recht nicht mehr so wirklich weiter weiß. Das 116 Minuten dicke, italienische „Handbuch der Liebe“ (Highlight Video) spricht dagegen die verständlichste Sprache der Welt. Vier Paare und vier Kapitel vom „Sich verlieben“ über die „Krisen“, das „Betrügen“ bis zur „Trennung“.
Twen Tommaso (Silvio Muccino) trifft zufällig auf Giulia (Jasmine Trinca) und gleichsam der Schlag, sie nicht; Barbara (Margherita Buy) und Marco (Sergio Rubini) kämpfen bereits gegen die ersten Abnutzungserscheinungen ihrer langjährigen Beziehung an; Politesse Ornella (Luciana Littizzetto) schwärmt heimlich vom Nachrichten moderierenden Nachbarn Alberto (Rodolfo Corsato), wird aber zuvorkommenderweise von ihrem Mann Gabriele (Dino Abbrescia) betrogen; und dem Doktore Goffredo (Carlo Verdone) ist nach neun Jahre Ehe die Frau gleich ganz davongelaufen. Da heißt es erst einmal die Sprechstunde im tröstenden Schoß von Arzthelferin Luciana (Sabrina Impacciatore) zu besuchen.
Mit südländischem Gefühlsüberschwang und steten Blick aufs Positive wird Amore durchbuchstabiert und die ist mal komisch, mal tragisch, hier rührend und dort wieder lächerlich. Nur ein nötiges Stück weit begleitet Regisseur Giovanni Veronesi dabei über vier elegant verbundene Episoden jeweils zwei seiner Liebenden, lässt die Schicksalswege für einen Augenblick über Kreuz laufen, um sich sodann ohne viel Aufsehens zu erregen an die Fersen des nächsten Duos zu heften.
„Wer liebt, braucht keine anderen Sorgen!“ verrät uns beinahe drohend der Untertitel. All jene, die dem nicht zustimmen können, sollten vielleicht (noch) mal einen Blick ins „Handbuch“ werfen. Im Falle dieser Anleitung ist der Effekt ausnahmsweise alles andere als frustrierend.
