Gestat­ten, Götz Wid­mann. Lie­der­ma­cher. Den Wer­de­gang des Wahl-​​Bonners — von den zar­ten Anfän­gen als Par­ty­klamp­fer über den gro­ßen Aus– und Auf­bruch mit Joint Ven­ture bis zur heu­ti­gen Aus­nah­me­stel­lung als einer der bekann­tes­ten Ver­tre­ter sei­ner Zunft — hat Fil­me­ma­cher Hol­ger Brö­mel in vier­jäh­ri­ger Sys­i­phus­ar­beit auf DVD gebannt. Aus über 200 Stun­den Aus­gangs­ma­te­rial ent­stand mit „Harm­los“ (Ahuga/​Lemörb/​Alive) ein 168-​​minütiges Stück Lebens­do­ku­men­ta­tion; ein Künst­ler­por­trät, das den Men­schen hin­ter dem Musi­ker, den Götz hin­ter Wid­mann zu Wort kom­men lässt.

Tour­sze­nen wech­seln sich mit Pri­vat­auf­nah­men, Kon­zert­aus­schnitt mit Inter­view, Wid­mann mit Weg­be­glei­tern. 13 Büh­nen­jahre pas­sie­ren revue, endend beim gefei­er­ten „Rheinkultur“-Gitarrero und strei­fen auch jene Zeit, als Götz Wid­mann noch die eine Hälfte von Joint Ven­ture gewe­sen ist.

Und der „Weed­man“ zeigt sich nicht nur grund­sym­pa­thisch offen wie man ihn kennt, er gibt sich gänz­lich unge­schminkt; spricht über Inspi­ra­tion und Vor­bil­der, Frauen und die Liebe, Träume und Glaube, über Fami­lie, seine Dro­ge­ne­ska­pa­den von Hasch­kon­sum bis Stie­fels­au­fen und den inne­ren Kon­flikt eines aus­schwei­fen­den Rock ‚n‘ Rol­lers mit sei­ner Rolle als Erziehungsberechtiger.

Es men­schelt ange­nehm, wenn wir Wid­mann als lie­be­vol­len Vater mit Töch­ter­chen Lea beob­ach­ten dür­fen und wir sind gemein­sam ergrif­fen, als er uns am Grab des vor sechs­ein­halb Jah­ren ver­stor­be­nen Kom­pa­gnons Mar­tin „Kleinti“ Simon an sei­nen Gedan­ken teil­ha­ben lässt. Gestat­ten, Götz Wid­mann. Harm­lo­ser Zeit­ge­nosse, tief­grün­di­ger Künst­ler und ganz und gar (außer-)gewöhnlicher Mensch.